Autos

Fast 57 Prozent aller Personenkraftwagen auf deutschen Straßen sind gebraucht gekauft. Angesichts der stagnierenden Haushaltseinkommen geht der private Neuwagenkauf zurück, der Anteil gebrauchter Fahrzeuge steigt. Dabei ist so ein Autokauf nicht immer nur eine Frage der Rationalität, sondern hat oft auch eine starke emptionale Komponente. Da aber ein Fahrzeug nicht selten zu den teuersten Anschaffungen eines Haushaltes gehört, sollte die Entscheidung gut überlegt sein. Wer sich mit dem Gedanken trägt, einen gebrauchten Pkw zu kaufen, sollte sich vorab die folgenden Fragen selbst ehrlich beantworten:
  • Wofür wird das Auto im Alltag benötigt, wie wird es da eingesetzt?
  • Wie viele Personen werden regelmäßig befördert?
  • Was soll transportiert werden (Wohnwagen, Hänger, etc.)?
  • Wie oft und für welche Strecken wird der Wagen im Alltag eigentlich eingesetzt?
  • Was ist Ihnen beim Autokauf besonders wichtig? Wie sieht bei Merkmalen wie verbrauchsarm, komfortabel, sicher, geländegängig, repräsentativ usw. die persönliche Prioritätenliste aus?

Wer auf diese Weise den Kreis der in Frage kommenden Modelle eingegrenzt hat, sollte sich zudem anhand von TÜV-Berichten, Beurteilungen durch Automobilclubs oder Fahrzeugtests näher über das Wunschmodell informieren. Zu beachten ist dabei auch, ob das Fahrzeug aktuellen und absehbar zukünftigen Umweltanforderungen entspricht. Einige Städte führen ab 2008 eine Umweltzone ein, die nur mit umweltfreundlichen Fahrzeugen befahren werden darf. Und auch die Frage nach den Neben- und Folgekosten eines Gebrauchtautokaufs sollte frühzeitig beantwortet werden. Steht der Wagen erstmal in der eigenen Garage, müssen Reparaturen und Versicherungen gezahlt sowie der Wertverlust aufgefangen werden.

Es ist kein Geheimnis, dass beim Kauf eines gebrauchten Autos einiges schief gehen kann. Unter anderem ist es denkbar, dass die Vorbesitzer des Fahrzeugs an verschiedenen Stellen etwas nachgeholfen haben, um den Verkaufswert zu steigern. Schenken Sie daher unter anderem den folgenden Details besondere Aufmerksamkeit:

Tachostand. Prüfen Sie, ob die Tachoanzeige angesichts von Alter und dem, was Sie über die Vorbesitzer wissen, stimmen kann. Überprüfen Sie solche Angaben nach Möglichkeit, unter anderem durch Einsichtnahme in Reparaturbelege usw. Erkundigen Sie sich nach der Häufigkeit und Art der Nutzung (private Nutzung oder Firmenfahrzeug). Lassen Sie sich den TÜV/ASU-Bericht ebenso vorlegen wie Reparaturrechnungen und Servicehefte. Nicht zuletzt ist es die persönliche Erfahrung, die ausschlaggeben ist: Entsprechen zum Beispiel die Gebrauchsspuren am Fahrzeug - am Fahrersitz, dem Schalthebel oder den Pedalen - der Nutzung, die Tachometerstand und Vorbesitzerangaben signalisieren?

Technik. Lassen Sie sich zunächst die eventuell vorhandenen Mängel vom Verkäufer erläutern. Führen Sie aber anschließend noch einige zusätzliche Tests durch. Wer die Möglichkeit hat, sollte eine zweite, erfahrene Person zum Besichtigungstermin mitnehmen. Finden Sie nachträglich einen wesentlichen Mangel, den der Verkäufer vorab nicht erwähnt hat, sind Misstrauen und vielleicht sogar der Abbruch des Gesprächs angezeigt. Achten Sie bei der Überprüfung des Wagens insbesondere auf Folgendes:

  • Sind Ölflecken unter dem Standort? Macht der Motor einen verölten Eindruck?
  • Wurde eine Motorwäsche durchgeführt? Falls dem so ist, ist es ein deutlicher Grund zur Vorsicht.
  • Ist das Profil der Reifen gleichmäßig abgefahren?
  • Fahren Sie mit einem Kugelschreiber über die Bremsscheiben. Sind diese relativ glatt?
  • Starten Sie den im kalten Zustand. Hören Sie auffällige Geräusche?
  • Geben Sie bei offener Tür Gas. Ist der Auspuff dicht?
  • Machen Sie eine Probefahrt. Bremsen Sie bei Tempo 50 stark. Behält das Fahrzeug seine Richtung bei? Falls nicht, kann dies auf Verschleiß von Spurstangen, Reifen oder Bremsen hindeuten. Muss da was repariert werden, wird es meist teuer.
  • Schalten Sie alle Gänge durch. Lassen sich diese einfach und problemlos bedienen?
  • Fassen Sie den Schalthebel an (ohne zu schalten), geben Sie Gas und nehmen es wieder weg. Hören bzw. spüren Sie (Mahl-)Geräusche im Hebel?
  • Ist ein Anfahren am Berg ohne Probleme möglich? Wie verhält sich die Kupplung dabei?
  • Lässt sich die Servolenkung im Stand ganz einschlagen? Wenn ein leichtes Wackeln des Lenkrads spürbar ist, kann die Servolenkung undicht oder defekt sein.

Fahrzeugunterlagen. Achten auf die Vollständigkeit der Schlüssel und der Papiere. Dazu gehören neben Reparaturrechnungen und Serviceheft vor allem die Betriebsanleitungen vom Fahrzeug und Autoradio (Inkl. Codenummer oder Codekarte). Verfügt das Fahrzeug über Sondereinbauten (z.B. Anhängerkupplung), lassen Sie sich Gutachten darüber aushändigen. Außerdem sollte Ihnen die gültige TÜV/ASU-Bescheinigung im Original ebenso übergeben werden wie der aktuelle Fahrzeugbrief, ggf. vorherige, bereits ausgelaufene Briefe sowie der Fahrzeugschein.

Sonstiges. Fragen Sie nach Zubehör wie Winterreifen, Dachgepäckträger, alte Felgen etc. Prüfen Sie, ob Wagenheber und Ersatzrad vorhanden sind und wann die letzte Inspektion bzw. der letzte Ölwechsel vorgenommen wurde.

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