Fundsachen

Ein ungewöhnlicher und unterhaltsamer Weg, in den Besitz eines schon einmal gebrauchten Gegenstandes zu kommen, ist die Teilnahme an Versteigerungen. Denn was jedem von wertvollen Kunstgegenständen oder Immobilien bekannt ist, gibt es auch im Kleinen: Ob Kommunen, Post, Verkehrsbetriebe oder Fluggesellschaften - viele Einrichtungen haben eigene Fundbüros. Gegenstände, die dort abgegeben werden, warten dort mindestens sechs Monats lang darauf, dass ihr Eigentümer sie abholt. Meldet der sich nicht, so hat der "Finder" (meist nach Zahlung einer Verwaltungsgebühr) Anspruch auf den gefundenen Gegenstand. Bleiben die Gegenstände unabgeholt oder nehmen die Finder ihren Anspruch nicht wahr, werden die Fundsachen öffentlich versteigert. Auf ähnlichem Wege kommen auch beschlagnahmte Waren oder ausrangierte Fahrzeuge an ihre neuen Besitzer. Die Versteigerungen werden oft in Tageszeitungen oder Webseiten der Gemeinde angekündigt. Adressen und Informationen von Auktions- oder Pfandleihhäusern finden Sie in den Gelben Seiten und auch im Internet. Einen Einstieg bieten die Adressen im Serviceteil.

Wer sich in eine Versteigerung stürzen will, sollte die folgenden Grundregeln beachten, um sich vor unschönen Überraschungen zu schützen:

  • Machen Sie sich vor dem Start der Auktion mit deren Bedingungen vertraut. Klären Sie z.B. ab, ob zum Zuschlag noch eine weitere Gebühr kommt oder dies bereits der Endpreis ist. Bei Lufthansa Versteigerungen verlangt das Auktionshaus zum Beispiel 18 % plus MwSt.
  • Nutzen Sie vor Auktionsbeginn die Möglichkeit, den Gegenstand zu besichtigen. Schauen Sie sich das Produkt genau an, nehmen Sie ggf. einen Fachmann mit.
  • Fehlen Ihnen entscheidende Informationen, gehen Sie (gerade bei teuren Gegenständen) kein Risiko ein, auch wenn der Preis noch so verlockend ist.
  • Informieren Sie sich nach Möglichkeit vorab über den realen Produktwert des Angebotes. Bleiben Sie mit Ihren Geboten deutlich unter diesem Marktwert.
  • Setzen Sie sich ein persönliches Finanzlimit und halten Sie dieses unbedingt ein. Auch dabei hilft vielleicht eine mitgebrachte Freundin oder ein begleitender Freund.
  • Bleiben Sie bei der Versteigerung ruhig und abwartend, Sie müssen nicht gleich heftig mitbieten. Lassen Sie sich nicht auf "Zweikämpfe" ein, die den Preis oft nur unnötig in die Höhe treiben.
  • Je nach Produkt und Art der Auktionen können Sie manche Überraschung erleben. Bei der Versteigerung von herrenlosen Gepäckstücken wissen Sie zum Beispiel nicht, was sich in dem ersteigerten Koffer befindet. Bedenken Sie dabei, dass nicht alles, was außen vielversprechend aussieht auch von innen wertvoll ist. 

Öffentliche Versteigerungen
Bei einer öffentlichen Versteigerung wird jedes zu versteigernde Objekt zu einem Mindestpreis aufgerufen. Der Mindestpreis wird durch Handzeichen jeweils um einen zu Beginn festgelegten Betrag erhöht. Sobald kein weiteres Gebot erfolgt, erteilt der Auktionator den Zuschlag ("Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten!"). Der Käufer ist meist verpflichtet, den gebotenen Preis unverzüglich und bar zu bezahlen.
Nicht versteigerte Fundsachen werden beispielsweise als Sachspende karitativen Zwecken zugeführt oder bekommen im Nachverkauf die Möglichkeit, einen neuen Besitzer zu finden. Die Konditionen für den Nachverkauf werden durch das jeweilige Auktionshaus festgelegt. Eine Variante dazu ist der direkte Verkauf über die Website des Auktionshauses zum vereinbarten Mindestpreis. Tipps zum Weiterlesen gibt es im Serviceteil.

Auktionen im Internet
Ebenso wie bei einer realen Auktion ist es wichtig, sich über Online-Auktionsplattformen detailliert zu informieren. Eine Reihe von entsprechenden Anbietern sind beispielhaft im Serviceteil vorgestellt.

Aus Gründen der späteren Nachweisbarkeit, sollte sich, wer bei Online-Auktionen mitmacht, stets alle Nachrichten des Auktionshauses und des jeweiligen Anbieters auf dem eigenen PC sicher speichern. Im Streitfall sind dies die einzigen Beweismittel. Folgende Tipps können bei der gezielten Suche nach einem bestimmten Gegenstand das "Einkaufen" bei Ebay und Co. erleichtern:

  • Erkundigen Sie sich, wie viel das neue Produkt beim Händler kostet und wie viel bei bereits abgeschlossenen Auktionen für diesen Artikel geboten wurden.
  • Legen Sie Ihren Maximalbetrag fest, rechnen Sie dabei alle Kosten wie Versand mit ein. Da die Versandkosten vom Verkäufer bestimmt werden, achten Sie hier darauf, dass es realistische Beträge sind und ob bei Bedarf ein versicherter bzw. unversicherter Versand, mit jeweiligen Kostenunterschieden, möglich ist.
  • Beachten Sie die bisherigen Bewertungen des Verkäufers und berücksichtigen Sie negative Bewertungen.
  • Achten Sie auf Kontaktmöglichkeiten zum Verkäufer. Er sollte unter anderem per Mail und Telefon erreichbar sein und auf Fragen schnell antworten.  
  • Geben Sie nur dann ein Gebot ab, wenn Sie wirkliche Kaufabsichten haben und bieten Sie nur auf einen Artikel. Erhalten Sie den Zuschlag, ist ein verbindlicher Kaufvertrag zustande gekommen. Rücktritte sind nur unter besonderen Umständen möglich.