Autos teilen

316.000 Euro gibt der Durchschnitts-Autofahrer in Deutschland im Laufe seines Lebens für Erwerb, Wartung und Unterhalt seiner motorisierten Untersätze aus, so eine Branchenstudie der Deutschen Automobil Treuhand GmbH/DAT. 15 Prozent dieser Summe entfallen danach auf Ausgaben für Versicherungen, der Kraftstoff schlägt mit 25 Prozent dieser Kosten zu Buche. Den größten Anteil an den von DAT geschätzten Gesamtkosten für die Pkw-Nutzung haben jedoch die Anschaffungskosten. Die Idee, diese Kosten zu teilen, liegt da nahe. Nebenbei werden so auch wertvolle Rohstoffe gespart.

Aus dem Umfeld der Mitfahrzentralen entstand deshalb 1988 die Idee des Autoteilens - englisch. Anders als in Mitfahrzentralen geht es beim Carsharing nicht in erster Linie darum, ein sowieso fahrendes Auto für mehr Insassen zugänglich zu machen. Carsharing ist stattdessen die organisierte, gemeinschaftliche Nutzung von Kraftfahrzeugen. Geeignet ist diese Art der Nutzung für alle, die nur gelegentlich auf ein Auto zugreifen oder die auf diese Weise ein Zweitfahrzeug nutzen möchten. Und die Idee überzeugt: Anfang 2007 wurden bundesweit rund 100 Carsharing-Anbieter mit etwa 95.000 Fahrberechtigten, die sich etwa 2.900 unterschiedliche Fahrzeuge teilen, gezählt.

Finanziell lohnt sich das Carsharing vor allem für Leute, die jährlich maximal 10.000 Kilometer fahren, so der Bundesverband CarSharing e.V. Das Carsharing ist über eine rahmenvertragliche Teilnahme geregelt. Die Fahrzeuge können nach Anmeldung jederzeit gebucht und zeitlich flexibel abgeholt sowie zurückgegeben werden. Der jeweilige Preis setzt sich aus Nutzungszeit und gefahrenen Kilometern zusammen. Auch Kurzzeitnutzungen, etwa von einer Stunde sind möglich. Je nach Bedarf lässt sich die Autogröße anpassen. Dies ist ein deutlicher Vorteil gegenüber dem Kauf eines eigenen PKWs. Zudem brauchen sich Carsharing-Teilnehmer um vieles nicht zu kümmern: Wertverlust, Reparaturen, Versicherung und Treibstoff sind im Nutzungsentgelt eingerechnet. Auch Autohersteller reagieren inzwischen vereinzelt auf diesen Trend: So gibt es etwa beim Kauf eines Smarts einen Gutschein für die einjährige Mitgliedschaft bei einem Carsharinganbieter. So können die Käufer des kleinen Wagens bei Bedarf auch ein größeres Auto nutzen.

Wer sich mit dem Gedanken ans Carsharing trägt, sollte unter anderem die folgenden Vor- und Nachteile für sich abwägen:
  • Kostenersparnis gegenüber dem eigenen Wagen bei wenigen Fahrten. Dafür fallen die Kosten allerdings pro tatsächlicher Fahrt etwas höher aus und sind auf einen Schlag zu entrichten.
  • Beim Carsharing fallen keine laufenden Kosten an. Außerdem entfallen Kosten für Anschaffung, Reparatur, Wartung, Versicherung und Steuer. Zum Service gehört, dass die Fahrzeuge einsatzbereit vorrätig sind.
  • Geprüft werden muss, ob die Fahrzeuge immer in einwandfreiem Zustand abrufbar sind. Das unterschiedliche Nutzerverhalten wirkt sich zudem auch auf die Wagen aus. Welche "Macken" das jeweils genutzte Fahrzeug hat, muss immer neu herausgefunden werden.
  • Das Alter und der Treibstoffverbrauch der Pkw variieren stark. Nutzer müssen selbst herausfinden, wie neu und effizient das jeweilige Auto ist.
  • Für jeden Einsatz kann die optimale Fahrzeuggröße ausgewählt werden. Allerdings gilt zu prüfen, welche vorrätigen Modelle in der Nähe stehen und ohne großen Aufwand abgeholt werden können.