Papierprodukte aus Recyclingpapier

Vom Druck- und Kopier-Papier über Ordner, Briefpapier, Visitenkarten und Versandmaterialien bis hin zu Papierhandtüchern und Toilettenpapier kommen im Büroalltag jeden Tag große Mengen Papier zum Einsatz. Doch die Produktion von Zell- und Holzstoff für die Papierherstellung hat dramatische ökologische Auswirkungen auf die Urwälder der Nord- und Südhalbkugel sowie die Artenvielfalt in Regionen mit "Holzplantagen". Es lohnt sich also, konsequent auf Recyclingpapier zu setzen. Der Begriff bezeichnet alle Papiere, deren Faseranteil vollständig aus Altpapier stammt. Diese aus Holz gewonnenen Fasern können zwar in der Papierproduktion nicht ganz ersetzt werden. Die Herstellung von Papieren aus Altpapier braucht jedoch erheblich weniger Holz als die von so genannten Primärpapieren. Darüber sind für die Produktion von Recyclingpapier nur etwa ein Drittel der Wassermenge und nur etwa die Hälfte der Energie nötig, die für die Herstellung der gleichen Menge Papier aus Primärfasern gebraucht würden. Im Büro konsequent auf Recyclingpapiere zu setzen, ist daher ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und zum Erhalt der nördlichen und südlichen Urwälder.

Längst haben alle großen Bürobedarfsanbieter Druckerpapier aus Recyclingpapier im Angebot. Auch Glückwunschkarten, Ordner und Präsentationsmaterialien sind schon lange ohne Primärfasern zu bekommen. Sie lassen sich genauso gut verwenden wie Produkte aus "neuem Papier", ein höherer Bedarf an Druckfarben oder Toner ist nicht zu befürchten. Auch bei Aufträgen für Visitenkarten, Broschüren, Faltblätter, Briefbögen usw. können Unternehmen auf der Verwendung von Recyclingpapieren bestehen. Da Toilettenpapier, Papierhandtücher, Taschentücher, Servietten oder Küchentücher stark verschmutzt werden, können sie nicht in den Recyclingkreislauf eingehen. Es leuchtet also unmittelbar ein, dass Frischfasern auch in solchen Papierprodukten verschwendet wären.

Papierwaren aus Recyclingpapier sind im Handel und im Büroartikel-Versand leicht zu erkennen. Das bekannteste Siegel ist dabei der Blaue Engel. Doch auch das FSC-Siegel kann Recyclingpapier kennzeichnen.


Blauer Engel
Das weltweit älteste Umweltzeichen kennzeichnet stets Produkte, die im Vergleich zu anderen mit dem gleichen Nutzwert besonders umweltfreundlich sind. Bei Papierprodukten zeigt der Blaue Engel sicher an, dass sie zu 100 % aus Altpapierfasern hergestellt wurden. Die Kriterien des Umweltzeichens umfassen darüber hinaus auch die Gebrauchsfähigkeit und die Gesundheitsverträglichkeit der Papierprodukte.

Hygienepapiere aus Altpapier
Der Blaue Engel auf Toilettenpapier, Papierhandtüchern, Taschentüchern, Servietten, Küchentüchern und anderen Hygieneprodukten zeigt auf einen Blick, dass die folgenden Merkmale erfüllt sind:

  • Das Produkt ist zu 100 % aus Altpapier.
  • Mittlere und untere Altpapiersorten wurden in größtmöglichem Anteil verwendet.
  • Fabrikationshilfsstoffe, die nicht vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für die Papierherstellung empfohlen wurden, wurden nicht eingesetzt. 
  • Der Gehalt an Formaldehyd und Pentachlorphenol im Endprodukt überschreitet nicht die vom BfR empfohlenen Höchstmengen. 
  • Azofarbstoffe sowie andere Farb- und Hilfsstoffe, die als krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft werden, werden in diesen Produkten nicht eingesetzt. 
  • Chlor, Bleichmittel mit anderen Halogenen, schwer abbaubare Komplexbildner und optische Aufheller sind ebenfalls verboten.

Recyclingpapier und Produkte daraus
Grafische Papiere wie Druck- und Kopierpapier, Schreibblöcke, Kalender, Briefumschläge usw. müssen in der Praxis anderen Anforderungen genügen als die Hygienepapiere. Bei ihnen steht der Blaue Engel für die Einhaltung der folgenden Kriterien:

  • Das Papier wird vollständig aus Altpapier hergestellt. Lediglich für Einzelteile von Papiererzeugnissen, etwa die Umschlagdeckel eines Buches, sind bis zu einem Anteil von 5 % auch Primärfasern zulässig. 
  • Mindestens 65 % des verarbeiteten Altpapiers ist unterer oder mittlerer Qualität. 
  • Kopierpapiere dürfen einen bestimmten Wert an flüchtigen organischen Verbindungen nicht überschreiten. 
  • Für den Gehalt an Formaldehyd und Pentachlorphenol im Endprodukt gelten die Höchstmengen des BfR. 
  • Azofarbstoffe, sowie andere Farb- und Hilfsstoffe, die als krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft werden, werden in diesen Produkten nicht eingesetzt. 
  • Chlor, Bleichmittel mit anderen Halogenen, schwer abbaubare Komplexbildner und optische Aufheller sind ebenfalls verboten.

Die gleichen Regeln gelten auch für Ordner, Hefter, Registraturmappen und andere Karton-Produkte.


Das FSC-Siegel
Der Forest Stewardship Council (FSC) setzt sich weltweit für die nachhaltige, verantwortungsvolle Nutzung der Wälder ein. Anhand von Prinzipien und Kriterien, die neben dem Schutz des Waldes auch die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Waldwirtschaft berücksichtigen, können sich Forstwirtschaften und Weiterverarbeiter mit dem FSC-Siegel zertifizieren lassen. Auch Papier kann also das FSC-Siegel tragen, das anzeigt, dass der Papierrohstoff aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern bzw. Holzplantagen stammt.

Weil Verbraucher im Alltag unter Umständen auf drei verschiedene FSC-Siegel auf Papierprodukten treffen können, ist genaues Hinsehen gefragt:

Produkte, die das Siegel "FSC - 100 %" tragen, sind aus Holz, das ausnahmslos aus Wäldern oder von Holzplantagen stammt, die vom FSC zertifiziert sind. Das Siegel sagt aber nichts darüber aus, ob und wie viel Altpapier in der Produktion der Papierprodukte verwendet wurde.

In Sachen Recyclingpapier ist daher das Zeichen "FSC - Recycling" die bessere Orientierungshilfe. Es steht für Papier, das vollständig aus Altpapier hergestellt wurde. Im Gegensatz zum Blauen Engel lässt dieses Zeichen jedoch keine Rückschlüsse auf die verwendete Altpapierqualität und den Einsatz von Chemikalien in der Produktion zu.

Mehr zum Thema Papierproduktion erfahren Sie in unserem Themenspecial Papier.