Tapeten

Sollen die Büroräume nicht lediglich gestrichen, sondern auch tapeziert werden, steht am Anfang die grundsätzliche Entscheidung für eine Tapetenart. Neben Papiertapeten, die in vielen Mustern erhältlich sind, hält der Markt auch Tapeten aus Raufasern, Vlies, Vinyl, Textil und Glasfasern bereit.


Papier- und Raufasertapeten sind in umwelt- und gesundheitsverträglichen Ausführungen am Blauen Engel zu erkennen. Er steht vor allem für einen sparsamen Ressourceneinsatz und verlangt für die Herstellung so gekennzeichneter Papiertapeten einen Anteil von mindestens 600 kg Altpapier pro 1.000 kg Tapete. Mindestens die Hälfte dieses Altpapiers muss aus mittleren und unteren Sorten stammen. Für die Herstellung von 1.000 kg Raufasertapete müssen Hersteller sogar mindestens 800 kg Altpapier einsetzen, das zu mindestens 40 % den mittleren und unteren Sorten zugerechnet wird. Die Primärfasern, die in Tapeten mit dem Blauen Engel verarbeitet wurden, müssen überwiegend aus Holz aus nachhaltiger Holzwirtschaft stammen. Tapeten mit dem Blauen Engel sind ohne chemische Hilfsmittel hergestellt, die Glyoxal oder Formaldehyd enthalten oder Formaldehyd abspalten können. Die Formaldehydabgabe der Tapeten an die Umgebungsluft ist streng begrenzt. Die Tapeten sind darüber hinaus frei von bestimmten Konservierungsstoffen, gefährlichen Azofarbstoffen sowie von krebserzeugenden, erbgutverändernden und fortpflanzungsgefährdenden Substanzen. Pigmente, die Quecksilber-, Blei-, Cadmium- oder Chrom-VI-Verbindungen enthalten sind ebenso unzulässig.

Eine schadstoffarme Alternative zu Papier- und Raufasertapeten können Vliestapeten sein. Aus Zellstoff- und Textilfasern hergestellt, sind sie sowohl in glatten wie auch in geprägten Designs erhältlich. Vliestapeten lassen sich leicht verarbeiten, sind wasserdampfdurchlässig und enthalten kein Formaldehyd, einige Produkte sind frei von PVC und Weichmachern. Diese sind außerdem nicht oder nur in geringen Mengen mit zinnorganischen oder flüchtigen organischen Verbindungen belastet.  Nähere Informationen über eine mögliche Belastung mit diesen Stoffen können Produkttests, z. B. von Öko-Test oder der Stiftung Warentest geben.

Die dreidimensionalen Strukturen von Vinyltapeten sind dagegen kein Gewinn fürs Raumklima. Der an Putz erinnernde Effekt wird mit Hilfe des Kunststoffes PVC (Polyvinylchlorid) erreicht, der auf eine Papierbahn aufgetragen und unter Hitze aufgeschäumt wird. Eine Entscheidung für Vinyltapeten will aus mehreren Gründen gut überlegt sein. Zum einen kann die Durchlässigkeit für Wasserdampf je nach Dicke der Kunststoffschicht eingeschränkt sein. Zum anderen enthalten Vinyltapeten meist Weichmacher aus der Gruppe der Phtalate, die auch in die Raumluft übergehen und so eingeatmet werden können. Phtalate reichern sich in Fettgewebe, Leber und Nieren an und können bei längerer Belastung Immunschwächen, allergische Reaktionen und Schäden des zentralen Nervensystems hervorrufen. Einige Verbindungen dieser Gruppe stehen zudem im Verdacht, krebserregend zu sein.

Textiltapeten entstehen, wenn auf Papierbahnen Kunststoff- oder Naturfasern aufgebracht werden. Die Wasserdampfdurchlässigkeit dieser Tapeten hängt davon ab, mit welchen Klebern Fasern und Papierbahnen verbunden wurden, Kunstharzkleber setzen die Wasserdampfdurchlässigkeit der Tapeten herab. Zwar sind Textiltapeten mit Jute, Baumwolle, Leinen oder anderen Naturfasern angenehm im Raum. Allerdings werden Wollfäden meist mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Mitteln gegen Mottenbefall behandelt. Auch für Allergiker sind Textiltapeten kein geeigneter Wandschmuck, da sich Staub in ihnen besonders gut festsetzen kann.

Glasfasertapeten sind zwar wasserfest, hygienisch, langlebig und leicht zu überstreichen. Fürs Verkleben der Fasern auf dem Trägermaterial werden jedoch Kunstharze eingesetzt, die die Raumluft negativ beeinflussen können.