Wandfarben

Egal, auf welchen Farbton die Wahl gefallen ist: Bei der Auswahl der Farbe sollte nicht allein der Preis pro Liter Farbe entscheidend sein. Je nach Ergiebigkeit und Deckkraft des Produktes können die letztlich tatsächlich nötigen Ausgaben stark schwanken. Die Ergiebigkeit wird auf dem Eimer zum Beispiel als "Verbrauch pro Quadratmeter" angegeben - sieben Quadratmeter pro Liter sind dabei ein guter Wert. Farben, die zwar pro Eimer weniger kosten, deren Ergiebigkeit aber geringer ist, sind daher im Ergebnis oft teurer. Dieser Mehrbedarf ist eine unnötige Belastung für Budget, Umwelt und Gesundheit.

So genannte emissionsarme Wandfarben sind besonders arm an Löse- und Konservierungsmitteln. Das schont schon in der Herstellung Ressourcen und vermeidet schädliche Emissionen, etwa von organischen Verbindungen oder Formaldehyd. Auch die Raumluft bleibt bei solchen Farben von gesundheitlich bedenklichen Stoffen verschont. Der Aufdruck "lösemittelfrei" oder "frei von Lösemitteln" reicht allerdings nicht aus, um emissionsarme Wandfarben sicher zu erkennen. Lösemittelfreie Wandfarben können durchaus andere gesundheits- und umweltschädliche Stoffe enthalten. Hilfreich sind dagegen die folgenden Siegel:


Der Blaue Engel
Der Blaue Engel für Wandfarben kennzeichnet Dispersionsfarben (auch in Pulverform), Dispersionssilikat- und Silikatfarben, die die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Die Emission bedenklicher Stoffe wie etwa flüchtiger organischer Verbindungen ist stark begrenzt. 
  • Giftige, krebserzeugende oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe, Blei-, Cadmium- sowie Chrom-VI-haltige Verbindungen dürfen in ihrer Herstellung nicht zum Einsatz kommen.
  • Die Farben sind auch in der Entsorgung ungefährlich für die Umwelt und maximal in die Wassergefährdungsklasse 1 eingeordnet.
  • Verharmlosende Werbe- oder Produktangaben, wie etwa die Formulierung "nicht giftig", sind verboten. 
  • Alle Bestandteile der Farben müssen gemäß der Richtlinien des Verbandes der deutschen Lackindustrie e.V. angegeben werden.


Das Europäische Umweltzeichen
Die so genannte Euro-Blume kennzeichnet Farben und Lacke zur Innendekoration sowie Holzbeizen und verwandte Erzeugnisse. Die emissions- und schadstoffarmen Produkte erfüllen unter anderem die folgenden Kriterien:

  • Weißpigmente, flüchtige organische Verbindungen sowie flüchtige aromatische Kohlenwasserstoffe dürfen nur innerhalb enger Grenzen eingesetzt werden.
  • Schwermetalle, giftige und umweltschädliche Verbindungen sind verboten.
  • Die Ergiebigkeit und die Wasserbeständigkeit der Farben sind vergleichsweise hoch.


Das Zeichen natureplus
Kaseinfarben, Innen- und Außenwandfarben auf mineralischer oder pflanzlicher Basis sowie Leimfarben, die gesundheitsverträglich sind und sowohl umwelt- als auch sozial gerecht hergestellt wurden, können das Zeichen natureplus tragen. Sie erfüllen hohe Ansprüche unter anderem an:

  • Zusammensetzungen, Stoffverbote und -beschränkungen - so müssen etwa Kaseinfarben einen Anteil von mindestens 99 % an mineralischen oder nachwachsenden Rohstoffen aufweisen.
  • Rohstoffgewinnung und Produktion - für Kaseinfarben etwa ist ein Herkunftsnachweis für die verwendete Molke Pflicht.
  • Arbeitsschutz - in der Produktion müssen mindestens die Standards der Internationalen Arbeitschutzorganisation ILO eingehalten werden.
  • Die Farben dürfen keine flüchtigen organischen Verbindungen an die Umgebungsluft abgeben.
  • Die Inhaltsstoffe der Produkte sind vollständig deklariert.