Öko-faire Produkte im Überblick
Kaffee
Tee
Orangensaft
Honig
Bananen
Fußbälle
Teppiche
Blumen
Getreide, Nüsse, Trockenfrüchte
Schokolade
Textilien
Kaffee
Mit knapp 160 Litern, oder 800 Tassen, pro Kopf und Jahr nimmt Kaffee in Deutschland die Spitzenposition unter allen Getränken ein. Entsprechend hoch ist seine wirtschaftliche Bedeutung: Rohkaffe ist nach dem Erdöl der weltweit wichtigste Exportrohstoff.
In 76 Anbauländern leben über 100 Millionen Menschen vom Kaffee - und das unter immer schwierigeren Bedingungen. Denn die Weltmarktpreise für Kaffee sinken seit Jahren und decken inzwischen häufig nicht einmal mehr die Erzeugungskosten. Besonders stark leiden darunter die Kleinbauern. Ihre Familien versinken mehr und mehr in Armut.
Kaffee aus fairem Handel wird bei Kleinbauernorganisationen (Kooperativen und Genossenschaften) eingekauft. Die Erzeuger erhalten einen garantierten Mindestpreis, der immer über dem Weltmarktpreis liegt. Für Kaffee mit dem TRANSFAIR-Siegel bekommen die Caficultores beispielsweise mindestens 1,21 US-Dollar pro englischem Pfund (lb = 0,454 kg) Arabica-Kaffee. Hinzu kommt ein Aufschlag auf den Weltmarktpreis, der, unabhängig von der jeweils aktuellen Höhe des Weltmarktpreises, stets bei mindestens 5 US-Cent/lb liegt. Für Kaffee aus biologischem Anbau erhalten die Produzenten einen Aufschlag von 15 US-Cent/lb. Die Produktpalette im fairen Handel umfasst inzwischen neben gemahlenem und ungemahlenem Filterkaffee auch Instantkaffee und verschiedene Espressos - ein wachsender Anteil davon stammt aus ökologischem Anbau.
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Tee
Tee wird auf privaten Plantagen - den so genannten Teegärten - angebaut. Fair gehandelten Tee liefern vor allem Indien, Nepal, Sri Lanka, Vietnam, Tansania, Simbabwe und Uganda. Im fairen Teehandel verpflichtet sich das Management, die gesetzlichen und tariflichen Mindeststandards des jeweiligen Landes zu garantieren. Einen einheitlichen Marktpreis für Tee gibt es nicht; je nach Qualität, Anbauregion und Verarbeitungsmethoden werden Erzeugerpreise zwischen einem US-Dollar (kenianischer Tee) und 4 - 8 US-Dollar (Bio-Darjeeling in Spitzenqualität) pro kg bezahlt. Im Fairen Handel gibt es zusätzlich Aufschläge von 1 Euro (Blatttee) bzw. 0,50 Euro (Beuteltee) pro kg.
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Orangensaft
Orangensaft ist der zweitliebste Saft der Deutschen. Im Land der Saftweltmeister werden 9,5 Liter pro Kopf und Jahr davon getrunken. Die Orangen für die Saftproduktion kommen zu 90 Prozent aus Brasilien und werden auf den Plantagen von Tagelöhnern geerntet. Von ihnen wird eine Tagesleistung von bis zu 2.000 kg Orangen erwartet - auch von Kindern und Jugendlichen. Der Tageslohn für die Schwerstarbeit beträgt acht bis zehn Mark. Fair gehandelter Orangensaft wird sowohl von Kleinbauernorganisationen als auch von größeren Plantagen aus Brasilien und Mexiko bezogen. Die Erzeuger erhalten einen Mindestpreis, der über dem Weltmarktpreis liegt, sowie einen Fair-Trade-Aufpreis.
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Honig
Honig stammt nur zu 20 Prozent aus hiesiger Produktion, die restlichen 80 Prozent kommen meist aus der "Dritten Welt". Honig aus fairem Handel gibt es aus Chile, Guatemala, Mexiko, Nicaragua, Tansania, Uruguay und Vietnam. Für Honig gibt es keinen Weltmarktpreis. Der Richtpreis für fair gehandelten Honig orientiert sich deshalb am Durchschnittspreis der letzten Jahre. Auch die Qualität des Honigs fließt in die Preisberechnung ein.
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Bananen
Bananen sind die Lieblingssüdfrüchte der Deutschen. 40 Prozent der weltweit produzierten Bananen werden in der Europäischen Union verzehrt. Erst seit den Achtzigern werden Bananen nicht mehr ausschließlich von den großen Fruchthandelskonzernen (wie Dole, Chiquita und Del Monte) vermarktet. Damals musste Nicaragua - bedingt durch das US-Handelsembargo - seine Bananen in Eigenregie exportieren. In Deutschland schloss sich das Aktionsbündnis "Bananenkampagne" zusammen und verkaufte die krummen Früchte zu fairen Preisen. Inzwischen gibt es faire Bananen aus ganz Mittelamerika in Weltläden, Naturkostgeschäften und einigen Supermärkten.
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Fußbälle
Fußbälle, Volleybälle und Handbälle. 80 Prozent der Weltproduktion an Fußbällen stammt aus der pakistanischen Stadt Sialkot. 40 Millionen Bälle wurden dort allein anlässlich der letzten Fußball-WM von Hand genäht, oft schuften dabei auch Kinder. Anders bei fair gehandelten Bällen: Für sie bekommen die Hersteller einen besseren Preis, so dass sie die Näher besser bezahlen. Das Mehreinkommen ermöglicht es den Familien unter anderem, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Unter dem Motto "Fair play, fair pay" kicken nicht nur die Bundesligaprofis aus Freiburg mit fair gehandelten Fußbällen, sondern auch zahlreiche Amateurmanschaften.
Teppiche
Teppiche mit dem RUGMARK-Siegel wurden bisher mehr als zwei Millionen Mal in Deutschland gekauft. Das Faire daran sind die Arbeitsbedingungen der Teppichknüpfer: Ziel der RUGMARK-Initiative ist, ausbeuterische Kinderarbeit in der Teppichindustrie abzuschaffen. In Indien, Nepal und Pakistan können Teppichexporteure und Knüpfbetriebe eine Lizenz für das Siegel erhalten, wenn sie keine Kinder unter 14 Jahren beschäftigen, mithelfenden Kindern den regelmäßigen Schulbesuch ermöglichen und den erwachsenen Knüpfern den gesetzlichen Mindestlohn zahlen. Teppiche mit dem RUGMARK-Siegel werden im Versandhandel, in Kaufhäusern und im Teppichhandel verkauft. Ein Prozent des Einfuhrwertes wird auf den Verkaufspreis aufgeschlagen. Dieses Geld wird für pädagogische, medizinische und andere soziale Projekte in den Erzeugerländern verwendet.
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Blumen
Blumen aus deutschen Gärtnereien machen nur 20 Prozent der Schnittblumen aus, die in hiesigen Blumengeschäften über den Ladentisch gehen. Der Rest wird zum großen Teil aus Südamerika und Afrika importiert. Die Arbeiter auf Blumenplantagen in Kenia verdienen oft nicht mehr als umgerechnet 1,80 DM pro Tag. Sowohl auf afrikanischen als auch auf südamerikanischen Blumenplantagen werden Pestizide versprüht, ohne dass die Arbeiter geschützt werden. Um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen, haben sich Menschenrechtsorganisationen, Floristen, Gewerkschaften und Blumenproduzenten aus Afrika und Südamerika zum "Flower Label Program" zusammengeschlossen. Die Organisation vergibt ein Gütesiegel für Blumen aus menschen- und umweltschonender Produktion. Diese Blumen werden bundesweit in über 700 Blumenläden verkauft.
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Getreide, Nüsse, Trockenfrüchte
Getreide, Nüsse und Trockenfrüchte haben einen festen Platz in der Produktpalette des Fairen Handels. Quinoa zum Beispiel ist eine hirseähnliche Getreideart, die vorwiegend in Südamerika angebaut wird, Reis stammt vor allem aus Asien. Auch Verarbeitungsprodukte, wie z.B. Quinoa-Nudeln, werden angeboten. Die Produzenten verarbeiten ihre Rohstoffe wenn möglich selbst weiter. Dies ist vor allem bei der Herstellung von Trockenfrüchten der Fall. Der Faire Handel mit diesen Lebensmitteln unterstützt vor allem dazu Frauen(gruppen). Denn diese sind oft für den Anbau der Grundnahrungsmittel zuständig und können sich durch den Verkauf ihrer Produkte eine gewisse Unabhängigkeit sichern.
Schokolade
Schokolade wird zu 90 Prozent in den Industriestaaten vernascht, der Hauptrohstoff Kakao wird ausschließlich in Ländern der "Dritten Welt" erzeugt. Diese Länder sind auf den Kakaoanbau angewiesen. So stammen die Einnahmen von Ghana fast zur Hälfte aus dem Kakaoexport. Schokolade enthält neben Kakao auch andere Zutaten, die nicht alle aus Fairem Handel stammen können. Hier gilt für faire Schokolade die "51-Prozent-Regel". Mindestens 51 Gewichtsprozent der Zutaten müssen fair gehandelt sein. Bei Schokolade sind dies Kakao und Zucker. Weitere Zutaten müssen aus Quellen oder Produktionsverfahren stammen, die mit dem Gedanken des Fairen Handels (z.B. ohne Kinderarbeit oder umweltfreundlich produziert) vereinbar sind.
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Textilien
Textilien aus Fairem Handel gibt es in einer breiten Produktpalette: von Schals aus Alpakawolle über Seidentücher bis hin zu T-Shirts, Kaschmirpullovern und Kleidern. Dazu kommen Lederwaren wie Taschen, Geldbörsen und Sandalen. Auch Handwerksprodukte aus Keramik und Glas, Papierwaren, Kinderspielzeug, Musikinstrumente, Kosmetikprodukte, Schmuck und Kunsthandwerk werden angeboten. Der Faire Handel fördert die Herstellung dieser Produkte mit einheimischen Ressourcen (Vorprodukte und Arbeitskräfte), damit möglichst viele Verarbeitungsschritte im Ursprungsland durchgeführt werden und die Erlöse den Menschen dort im größtmöglichen Umfang zugute kommen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die Produkte das Ansehen und die Würde der Produzenten nicht verletzen. Auf "Souvenirkitsch" wird deshalb verzichtet. Stattdessen werden Produkte bevorzugt, die auch im Ursprungsland einen Markt haben. So wird der Wirtschaftskreislauf in der direkten Umgebung der Produzenten gestärkt.







