Kolumbien

Gegen den lateinamerikanischen Linkstrend führt in Kolumbien der rechtsgerichtete Hardliner Alvaro Uribe die Regierungsgeschäfte. Bei der Wahl 2006 wurde der Präsident mit großem Erfolg im Amt bestätigt, seine Wiederwahl wurde erst durch eine Verfassungsänderung möglich. Uribes Markenzeichen und wahrscheinlich Grund für seine Popularität ist eine rigorose Sicherheitspolitik. Es gelang dem unter Uribe drastisch aufgestockten Militär, Guerillabewegungen wie die Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) in Randgebiete Kolumbiens zu verdrängen.
 
Allerdings bekommt auch die Zivilbevölkerung Uribes "Politik der harten Hand" zu spüren. Unter dem Vorwand des "Krieges gegen den Terror" wurden Bürgerrechte beschnitten und die Befugnisse der Sicherheitskräfte massiv ausgeweitet. Hinter der demokratischen Fassade ist der Zustand Kolumbiens deswegen kritisch. Regelmäßig begehen Soldaten und Polizisten Menschenrechtsverletzungen: Unbequeme Geister wie Oppositionelle, Menschenrechtler, Gewerkschafter, Demonstranten, kritische Rechtsanwälte oder Journalisten werden mit Repressalien überzogen und gewaltsam verfolgt. Eine andere von regierungsnahen Waffenträgern drangsalierte Gruppe sind Kleinbauern in Konfliktgebieten, die darüber hinaus unter Übergriffen der Rebellen leiden.