Wirtschaft & Soziales

Die weltweit gestiegene Rohstoffnachfrage bescherte Südamerika in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegene Wachstumsraten: Lagen sie vormals im Schnitt nur im einprozentigen Bereich, wuchsen die Volkswirtschaften plötzlich mit deutlich mehr als drei und bis zu neun Prozent (Peru, 2008). Das gestiegene Interesse an den südamerikanischen Ressourcen beeinflusste auch die politische Landschaft und verschaffte den Regierungen mehr Selbstbewusstsein vor allem gegenüber den USA. Man erkannte, dass die regionale Integration über beispielweise Bündnisse sehr wichtig ist, um im globalen Wettbewerb gute Karten zu haben. Vorbild für den nachbarlichen Schulterschluss ist die Europäische Union.

Die ökonomischen Zugpferde der Region sind zum einen die Gründungsstaaten des Handelsbündnisses Mercosur, Brasilien, Argentinien, Paraguay sowie Uruguay und zum anderen Chile. Diese Länder erwirtschaften drei Viertel des südamerikanischen Bruttosozialprodukts. Fleisch, Soja, Kupfer, Öl - Südamerika exportiert vor allem Agrarprodukte und Bodenschätze. Obwohl sich die linksgerichteten Regierungen politisch mitunter deutlich voneinander unterscheiden, teilen sie die Orientierung auf nationale Interessen wie die Armutsbekämpfung. Sie stimmen darin überein, dass Armut am ehesten mit einer Standortpolitik zu bekämpfen ist, die weniger liberal als in der Vergangenheit ist. Zu tun gibt es genug: Allein in Ecuador sollen etwa eineinhalb Millionen Kinder einer Arbeit nachgehen müssen. Von Armut sind nicht nur Menschen auf dem Land betroffen: Auch die Lebensbedingungen für die Stadtbevölkerung - wie die Wasserver- und entsorgung - müssen in Südamerika dringend verbessert werden.

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