Brasilien

Brasilien verdient das meiste Geld mit Industrieerzeugnissen und Dienstleistungen, die Landwirtschaft trägt nur noch untergeordnet zum Volkseinkommen bei. Ins Ausland verkauft Brasilien vor allem Maschinen wie Autos und Flugzeuge oder Stahl, Aluminium und Zinn. Erst danach folgen Kaffee, Soja, Zucker und Fleisch als im Export bedeutendste Argraprodukte. Wegen seiner fortgeschrittenen Industrialisierung und politischen Stabilität gilt Brasilien als eines der neuen wirtschaftlichen Schwergewichte auf dem Globus.
Im Schein des Wirtschaftswunders wirken die Schattenseiten des brasilianischen Alltags umso bedrückender: Etwa 40.000 Bürger müssen sich als Schuldknechte oder sklavenähnliche Arbeiter verdingen. Dieser Missstand deutet an, wie ungleich die Früchte des ökonomischen Fortschritts verteilt sind. Dramatisch ist auch die Konzentration des Landeigentums: Etwa drei Prozent der Bevölkerung gehören 57 Prozent des brasilianischen Agrarbodens.
Viele Menschen gaben das Landleben auf und zogen in einen der gigantischen urbanen Ballungsräume, von denen die meisten an der Küste Brasiliens liegen. Inzwischen sammeln sich etwa 85 Prozent der mehr als 188 Millionen Brasilianer in diesen Mega-Metropolen, besonders in und um Sao Paulo und Rio de Janeiro. Die armen Städter wohnen in den ausufernden Randbezirken, den Favelas. Der von Korruptionsvorwürfen geplagte Präsident Lula nahm mit sozialen Programmen wie dem umfangreichen "Null Hunger" (Fome Zero) und Landreformen den Kampf gegen die Armut auf.