Chile

Chile gehört laut Transparency International zu den am wenigsten korrupten Ländern der Welt und kommt im Ranking der Organisation regelmäßig unter die besten 20 Staaten. Nachdem das Volk unter der neoliberalen Wirtschaftspoltik des Pinochet-Regimes gelitten hatte, gilt Chile seit seiner Rückkehr zur Demokratie bei Investoren als gute Wahl. Als erstes Land Lateinamerikas schaffte es Chile 1991, durch den Abbau seiner Staatsverschuldung auf dem internationalen Kapitalmarkt wieder Staatsanleihen absetzen zu können. Mit rund vier Prozent ist der Anteil der Analphabeten an den 15,8 Millionen Chilenen im lateinamerikanischen Vergleich sehr gering. Chile hat ein umfassendes soziales Sicherungssystem, das Anfang der 80er Jahre teilprivatisiert wurde. Mit dem seit 2003 eingesetzten Armutsbekämpfungsprogramm "Chile solidario" sollte mehr als 850.000 Familien aus der extremen Armut geholfen werden sowie 28.000 Sozialwohnungen gebaut und die Notunterkünfte geschlossen werden. Die 2006 zur ersten Präsidentin Südamerikas gewählte Sozialdemokratin Michelle Bachelet setzt die erfolgreiche Wirtschafts-und Entwicklungspolitik ihres Vorgängers Ricardo Lagos fort, durch die die Armut von 45 auf 18 Prozent gesenkt wurde. Bachelet setzt auf den "sozialen Ausgleich", mit der wie durch die Investition in Bildung und Kinderbetreuung die Chancengleichheit in der Gesellschaft gefördert werden soll. Auch die Erhöhung der Forschungsausgaben steht weit oben auf der Maßnahmenliste der Präsidentin.