Kakao: El Ceibo in Bolivien

Die Genossenschaft El Ceibo gehört zu den ältesten Partnern deutscher Fairhandelsorganisationen. Ihr Name war bei der Gründung 1977 ein gutes Omen: El Ceibo ist ein Urwaldbaum, der für seine Langlebigkeit berühmt ist. Scheinbar unsterblich ist er ein Symbol für Hoffnung und Stärke. Anfang der 60er Jahre waren viele Bergarbeiter gezwungen, die geschlossenen Minen zu verlassen. Das Hochland bot nicht mehr genügend Arbeit und galt als "überbevölkert". Die Regierung stellte umzugswilligen Familien ein bessseres Leben als Bauern im Tiefland in Aussicht. Aber die staatliche Unterstützung war unzureichend und viele Umsiedler, überwiegend Quecha- und Aymara-Indianer, waren größeren Entbehrungen als zuvor ausgesetzt. Im Hochland unbekannte Krankheiten wie Malaria zehrten im neuen Umfeld an ihren Kräften und rafften viele dahin. Und für den Kakao, dessen Anbau ihnen empfohlen wurde, zahlten ihnen Zwischenhändler ausbeuterisch niedrige Preise.
Erst als sich die Bauern zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen hatten, verbesserte sich ihr Leben langsam. Heute hat El Ceibo etwa 810 Mitglieder, die mit ihren Famlien im Regenwaldgebiet am Rio Beni leben. Insgesamt sichert die Genossenschaft die Existenz von 5.600 Menschen. Seit 1999 liefert El Ceibo biozertifizierten Kakao und Kakaobutter für Schokolade aus dem Fairen Handel. Längst steht auch der Erhalt und die Schonung des Regenwaldes im Vordergrund der genossenschaftlichen Bemühungen. Agrarfachleute beraten die Bauernfamlien, die aus Geldmangel auf ihren Äckern ohnehin kaum Chemie einsetzen, bei der gänzlichen Umstellung auf den ökologischen Anbau. Neben dem Schutz der natürlichen Ressourcen verbessert El Ceibo mit Erlösen aus dem Kakaoverkauf die Lebensbedingungen für die Menschen.