Bleifrei und nicht abgekupfert: Trinkwasser ist so gut wie die Leitung

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Foto: © Rainer Sturm / PIXELIO

Die Wasserwerke sind verpflichtet, das Leitungswasser gesund, rein, farblos, kühl und geschmacksneutral auszuliefern. An der Wasseruhr aber endet der Verantwortungsbereich der Werke. Ab dort müssen Haus- oder Wohnungseigentümer dafür sorgen, dass das Trinkwasser in den heimischen Rohren, Speichern oder Armaturen nicht verdorben wird. Damit das frische Wasser gut geschützt ist, müssen die Leitungen beständig sein und so dicht, dass von außen kein Schmutz eindringen kann. Ihr Material darf keine Nährstoffe abgeben, sonst können sich Bakterien wie Legionellen stark vermehren. Es sollte außerdem weder auf andere Weise gesundheitsbeeinträchtigend wirken noch Geruch oder Geschmack des Wassers verändern.

Vorsicht vor Bleileitungen

In den meisten Häusern kann man seinen Durst getrost am Wasserhahn stillen. In wenigen Gebäuden aber liegen noch Rohre aus Blei, das Säuglingen, Kleinkindern oder Schwangeren besonders schaden kann. Für empfindliche Menschen ist nicht nur das Stagnationswasser ein Problem. Sie sollten auch kein Wasser verzehren, das lediglich durch Bleileitungen geflossen ist.

Ab Dezember 2013 wird die Trinkwasserverordnung einen deutlich strengeren Grenzwert für Blei vorgeben als heute: Er sinkt von 0,025 Milligramm je Liter auf 0,01 Milligramm. Selbst Wasser, das nur beim Durchströmen mit einer Bleileitung in Kontakt kam, überschreitet den dann erlaubten Bleigehalt. Vermieter haben die Pflicht haben, die Trinkwasserverordnung einzuhalten. Wo mehr Blei als erlaubt im Wasser ist, können Mieter auf Nachbesserung klagen oder die Miete mindern.

Vor Gebrauch ablaufen lassen

Heute ist Kupfer ein Standardmaterial für die heimische Trinkwasser-Installation, in 44 Prozent der Haushalte liegen die rotbraunen Rohre. Kupferleitungen sind normalerweise sicher, aber unter besonderen Umständen können sich zu viele Kupferteilchen im Wasser lösen. Mit Kupfer belastetes Wasser kann bei Säuglingen Leberschäden bewirken.

Wenn das Wasser sauer ist, also einen relativ niedrigen pH-Wert hat, bildet sich im Rohr keine schützende Malachitschicht und Kupfer kann ungehindert ins Wasser gelangen. Wenn es technisch möglich ist, regelt das Wasserwerk den pH-Wert nach, was bei einem hohen Härtegrad des Wasser problematisch sein kann. Allerdings wurde bisher nicht bekannt, dass Leitungswasser aus der öffentlichen Versorgung mit zu viel Kupfer belastet war. 

Bis sich die besagte Schutzschicht in neuen Kupferleitungen gebildet hat, dauert es mehrere Monate. Auch bis es soweit ist, kann das Wasser mehr als die zugelassenen 2 Milligramm Kupfer je Liter enthalten. Um sicher zu gehen genügt es, Trinkwasser, das länger als 30 Minuten in der Leitung stand, ablaufen zu lassen bis es sich kühl anfühlt.