...Kontrolle ist besser

Blick in ein Wasserreservoir, Foto: Paul Georg Meister / pixelio.de

Foto: © Paul Georg Meister / PIXELIO

 

Trinkwasser gilt als das bestkontrollierte Lebensmittel Deutschlands. Verglichen mit Mineralwasser wird es auf eine breitere Palette chemischer Inhaltsstoffe geprüft, während Mineralwässer nur einige niedrigere mikrobiologische Grenzwerte erfüllen müssen. Allerdings ist die amtliche Zulassung eines natürlichen Mineralwassers ist mit einer gewissenhaften Überprüfung seiner „ursprünglichen Reinheit“ verbunden. Der Abfüllbetrieb darf den naturgegebenen Charakter des Wassers nicht wesentlich verändern, nur wenige, chemielose Verbesserungen sind erlaubt.

Zwischen Routine und Spardruck

Während Mineralwasser gleich an der gut vor Verunreinigungen geschützten Quelle abgepackt wird, muss Trinkwasser den Transport durch das Leitungssystem unbeschadet überstehen. Obwohl der Druck in den Rohren Verunreinigungen unwahrscheinlicher macht, braucht manches Trinkwasser eine Schutzchlorung vom Wasserwerk. Rohwasser aus Gewässern oder Uferfiltrat muss außerdem intensiv aufbereitet werden. Dafür sind viele chemische und physikalische Verfahren erlaubt. In vielen Regionen ist das geförderte Trinkwasser jedoch so sauber, dass es keinerlei Chemie bedarf.

Trinkwasser wird bis zu mehrmals täglich überprüft, indem Stichproben am Förderbrunnen und an verschiedenen Stellen im Rohrnetz gezogen werden. Obwohl die Anforderungen an deutsches Leitungswasser hoch sind, beanstanden einige Hygiene-Experten, dass die Sorgfalt bei der Qualitätssicherung abgenommen hat: Staatliche Kontrollbehörden seien abgebaut worden und kleine bis mittelgroße Wasserwerke würden für die laufenden Kontrollen verstärkt private statt unabhängige Analyseinstitute beauftragen. Zugleich tauchen immer neue Chemikalien auf, die von der Industrie verwendet werden und in Gewässer gelangen. Nach neuartigen Verunreinigungen suchen die meisten Labore aber erst, nachdem sie in die Trinkwasserverordnung aufgenommen wurden. Grund-oder Quellwasser ist besser vor solchen neuen Schadstoffen geschützt.

Bio-Siegel für Wasser

Die Qualität von Mineralwässern wird von unternehmenseigenen sowie hin und wieder von privaten externen Laboren untersucht. Am häufigsten wird kontrolliert, ob der Kohlensäureanteil, der pH-Wert und der Mineraliengehalt stimmen, in bestimmten Abständen erfolgen auch mikrobiologische Untersuchungen.

Obwohl sich natürliche Mineralwässer durch eine besondere Reinheit hervortun müssen, sind Verbraucher verunsichert, weil in Flaschenwässern schon Uran, Hormone und andere unerwünschte Stoffe gefunden wurden. Mineralwässer höchster Güte sollen im Laden künftig leichter zu erkennen sein, zumindest will das die Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V.. Optisch angelehnt an das bekannte Bio-Siegel entwickelte sie ein Label für Bio-Mineralwässer. Das Zeichen soll anzeigen, dass ein Wasser keine schädlichen Stoffe enthält und darüber hinaus aus der Region stammt und entsprechend klimafreundlich ist. Kritiker monieren, dass Wasser ohnehin "bio" sei und das Zeichen außerdem die unübersichtliche Flut an Labeln noch weiter verstärke.