Kriege um Wasser?

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Während die humanitäre Wasserkrise von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet täglich mehr Menschen tötet als zum Beispiel jeder Terrorakt, spitzt sich in manchen Regionen die Wasserknappheit so zu, dass immer wieder das Ausbrechen von Kriegen um Wasser befürchtet wird. Konfliktpotenzial gibt es besonders dort, wo mehrere Staaten auf gleiche Süßwasserspeicher – Flüsse, Seen oder Grundwasser – zugreifen. In solchen Gebieten leben immerhin zwei von fünf Menschen, allein der Nil hat elf Anrainerstaaten. Brennpunkte werden am ehesten zum Pulverfass, wenn die Lage zugleich bereits aus sozialen, ökologischen, ethnischen oder religiösen Gründen angespannt ist wie im Nahen Osten, der Sahel-Zone oder Nordafrika.

Dialog statt Konflikt

Um gewaltsame Auseinandersetzungen oder gar Kriege zu vermeiden, wollen die Vereinten Nationen zumindest die Nutzung grenzübergreifender Flüsse regeln. Das entsprechende Übereinkommen gibt es seit 1997, trat aber bisher nicht in Kraft, weil es von weniger als der Hälfte der erforderlichen 35 Mitgliedsstaaten unterzeichnet wurde. Was nicht bedeutet, dass keine friedlichen Regelungen gefunden werden: Das Thema Wasser hat schon viele Staaten an den Verhandlungstisch gebracht. Aus dieser Erfahrung ist die Wahrscheinlichkeit bisher höher, dass betroffene Länder statt eines Krieges einen konstruktiven Dialog über die gemeinsame und nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen beginnen. 

Umweltkonflikte zwischen Staaten können ein Ventil sein für Druck, der sich im Landesinnern aufgebaut hat. Wachsende Metropolen und Industrie fechten traditionelle Ansprüche der Landwirtschaft auf Wasser an. Und auf dem Land konkurrieren Bauern zunehmend um Wasser. Bei diesen Verteilungskämpfen gilt oft das Recht des Stärkeren und arme ländliche Haushalte sind die ersten Verlierer, sofern sie keinen besonderen Schutz genießen.