Wasser gewinnen, wo es scheinbar keines gibt

Grundwasser und andere „blaue“ Süßwasserreserven können unter anderem geschont werden, indem andere Quellen erschlossen werden, wie Regenwasser oder Wasserdampf: Mit feinen, in feuchter Luft gespannten Netzen lässt sich zum Beispiel Wasser aus Nebelfeldern ernten. An den Maschen kondensieren viele Wassertropfen, die in einer Rinne aufgefangen und in einen Speicher geleitet werden, der wiederum von Häusern, Bewässerungssystemen oder ganzen Dörfern angezapft wird. Die günstigen Installationen sind so einfach gebaut, dass sie praktisch nicht gewartet werden brauchen. Außerdem ist das geerntete Wasser sehr sauber und braucht nicht aufbereitet werden. Besondere Nebelwasserkollektoren funktionieren selbst in der Wüste, wo es nur Frühnebel gibt.

Mit einem anderen Verfahren wollen die Bewohner der israelischen Negev-Wüste Wasser aus der Luft gewinnen. Mithilfe einer konzentrierten Salzlösung, die sehr viel Wasserdampf anzieht und bindet, kann der Wüstenluft Nass entzogen werden. Es bildet sich ein Gemisch, aus dem das Süßwasser herausdestilliert wird. Die dafür nötige Energie stellen Sonnenkollektoren her – und Sonne gibt es in der Wüste schließlich genug.