Was ist Biodiversität?

Die natürliche Vielfalt wird mit dem Wort Biodiversität beschrieben, das mehr meint als alle Pflanzen, Tiere und Einzeller, die auf unserem Planeten vorkommen. Der Begriff schließt auch andere Merkmale des Lebens ein: So gehört das Zusammenspiel der Organismen in Lebensgemeinschaften, wie zum Beispiel in Biotopen, dazu wie auch die Gesamtheit der Erbinformationen.

Wie facettenreich das Spektrum des Lebens tatsächlich ist, weiß noch niemand genau. Forscher vermuten, dass es zwischen zehn und 100 Millionen Arten gibt, von denen bislang aber gerade einmal rund zwei Millionen wissenschaftlich beschrieben und damit erfasst wurden. Weil sich das Wissen um die wirkliche Zahl der Arten auf diese Teilerkenntnis beschränkt, kann man zugleich keine verlässlichen Aussagen über das Ausmaß des Artensterbens treffen. Umweltschützer gehen dennoch davon aus, dass täglich bis zu 130 Arten vom Antlitz der Erde verschwinden. Fest steht, dass von den seit 1970 wissenschaftlich erfassten Organismen innerhalb von drei Jahrzehnten nahezu ein Drittel ausgerottet wurde. Experten rechnen damit, dass im Jahr 2020 weitere 20 Prozent ausgestorben sein werden. Da die Erforschung des Lebens nicht mit seiner Vernichtung Schritt halten kann, muss man davon ausgehen, dass zahlreiche Lebewesen aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt wurden. Davon sind insbesondere Pflanzen betroffen, die nur in relativ kleinen Gebieten beheimatet sind.

Agro-Biodiversität: Alte Sorten und Rassen