Umweltveränderungen & Raubbau

Straßen zerschneiden Ökosysteme, Foto: BMU

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Die meisten Arten verschwinden, weil ihre Lebensräume beschädigt oder zerstört werden. Vor allem der Ressourcenverbrauch entwickelter Länder lässt Ökosysteme leiden – allein die Deutschen beanspruchen mehr Rohstoffe als die Bewohner aller 50 afrikanischen Staaten zusammen. Ein weiterer Faktor ist das Zerteilen zusammenhängender Ökosysteme durch Straßen oder Siedlungen. Dadurch werden die Populationen mehr störenden, äußeren Einflüssen ausgesetzt und können sich zugleich schlechter gegen diese wehren: Die getrennten Bestände vermischen sich seltener miteinander und verarmen dadurch genetisch. Jedoch funktioniert die natürliche Auslese dann am besten, wenn die Auswahl genetisch unterschiedlicher Exemplare einer Art groß ist. Einerseits verkleinert der Mensch also den genetischen Werkzeugkasten von Arten, indem er Populationen verkleinert oder unterteilt. Andererseits sorgt er dafür, dass die Arten auf ihren genetischen Werkzeugkasten besonders angewiesen sind, da er die Umwelt stark verändert. Die zum Beispiel durch den Klimawandel ausgelösten Umweltveränderungen werden das Artensterben weiter beschleunigen. 

Raubbau und Übernutzung

Fänger, Jäger, Sammler oder Wilderer setzen zahlreichen Wildpopulationen so zu, dass sie gefährdet oder zusammengebrochen sind, darunter viele Fischbestände. Arten, die als Delikatesse oder wichtige Zutat für fragwürdige Heilmittel angesehen werden, gewinnen mit steigender Seltenheit noch an Wert, was die Jagd auf sie weiter anstachelt. Bekanntermaßen bedroht der Kult um „echten“ Kaviar mehrere Störarten. Die hohen Preise für den Luxusrogen sorgten längst dafür, dass der unerlaubte Kaviarhandel zum Geschäft für das organisierte Verbrechen geworden ist. Hierzulande brachte beispielsweise der Appetit auf Schillerlocken den Dornhai an den Rand des Aussterbens, aus dessen Bauchlappen die Spezialität zubereitet wird.