Artensterben durch Artensterben

Bienen bestäuben 80 Prozent aller Blüten, Foto: segovax / pixelio.de

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In ausgeglichenen Ökosystemen gibt es nur selten Außenseiter: Unter den Arten besteht ein „ausgeklügeltes“ Zusammenspiel mit zahllosen Abhängigkeiten. Manche Lebewesen sind so genau an eine andere Art angepasst, dass sie ohne diese verloren wären. Beispielsweise passt die Schnabelform mancher Kolibriarten nur zu einem Blütentyp. Nur aus diesen Kelchen können die Vögel Nektar trinken, wobei sie die Blüten bestäuben. Das entgegengesetzte Extrem sind Lebewesen, die nicht nur für eine sondern für sehr viele andere Arten überlebenswichtig sind. Ihr Verschwinden kann ein ganzes Ökosystem schwer schädigen, weshalb sie Schlüsselarten genannt werden. Wenn sie verloren gingen, fürchten Biologen Kettenreaktionen mit besonderer Tragweite, bei denen das Aussterben einer zum Erlöschen anderer Arten führt. Ein Beispiel für eine Schlüsselart ist die Honigbiene. Sie erledigt fast im Alleingang eine der wichtigsten Aufgaben der Natur: In unseren Breiten bestäuben Honigbienen 80 Prozent aller Blüten. Weitere Beispiele für Schlüsselarten sind Ameisen, die in der Natur „aufräumen“ und ohne die der Nährstoffkreislauf unterbrochen wäre oder Korallen, die Riffe bilden, die wiederum die Kinderstuben vieler Fischarten sind. Die Abhängigkeiten unter den Arten sind komplex und noch nicht genug erforscht, um generell voraussagen zu können, welchen Umfang das Artensterben haben wird, das durch das Artensterben an sich ausgelöst wird.