Armut und Artenvielfalt

Viele artenreiche Regionen liegen in Ländern mit vielen armen Bewohnern. Die Mehrheit der weltweit ärmsten Menschen lebt auf dem Land und damit viel direkter von und mit der Natur als Bewohner entwickelter Länder. Sie befeuern ihre Kochstellen mit selbst gesammeltem Brennholz, bewirtschaften Felder, von deren Erträgen sie ihre Familien ernähren, sind auf Regen angewiesen, auf ausreichend Fischfang oder Weidegrund für ihr Vieh. Arme Landbewohner sind Folgen der Schädigung von Ökosystemen relativ schutzlos ausgeliefert. Erschöpfte Böden, verschmutztes Wasser, sich ausbreitende Wüsten, umweltbedingte Krankheiten und andere Folgen von Umweltzerstörung: Arme sind mangels Mittel meist ortsgebunden, können im Notfall kaum auf Erspartes zurückgreifen und sind gegen zum Beispiel Ernteausfälle oder andere materielle Verluste nicht versichert.

Beispielsweise leben arme Familien auf den Fidschi-Inseln von eigenen Früchten und selbst gefangenen Krebsen oder Fischen und kurieren sich nach Möglichkeit mit selbst gesammelten Heilkräutern. Auf dem Markt würden diese Waren jede Familie etwa 1.700 Euro im Jahr kosten, was bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 350 Euro je Haushalt unerschwinglich wäre. Für mittellose Menschen kann ein funktionierendes regionales Ökosystem eine Existenzfrage sein. Doch obwohl der schonende Umgang mit lokalen natürlichen Ressourcen für arme Menschen existenzsichernd ist, können sich viele eine nachhaltige Nutzung nicht leisten. Was häufig dazu führt, dass sich durch die Überforderung der Natur Mangel und ländliche Armut noch verschlimmern.

Obwohl der nachwachsende Rohstoff Biodiversität gerade in artenreichen Regionen Möglichkeiten einer nachhaltigen Natur-Bewirtschaftung eröffnen kann, wird es häufig verpasst, die lokale Bevölkerung für den Naturerhalt zu gewinnen. Im Gegensatz dazu wird die Zerstörung des natürlichen Kapitals oft gegen die Interessen der lokalen Bevölkerung zugunsten kurzfristiger Gewinne privater und staatlicher Konzerne zugelassen.

Biopiraterie: Gestohlenes Allgemeingut

Artenschutz in armen Ländern

Wie der Faire Handel Arten schützt