Artenschutz in armen Ländern

In Entwicklungs- und Schwellenländern spielt Umweltschutz angesichts der Förderung wirtschaftlicher Entwicklung oder Armutsbekämpfung eher eine untergeordnete Rolle. Ein gesellschaftliches Umweltbewusstsein ist wenn überhaupt erst im Entstehen begriffen. Wenn Natur sozialverträglich erhalten bleiben soll, muss sie den Menschen gerade dort weiterhin eine Lebensgrundlage bieten und muss die Bevölkerung in Naturschutzvorhaben eingebunden werden. Im Gegensatz dazu stellte es sich als problematisch heraus, Reservate ohne Rücksicht auf soziale Belange einzurichten, wobei etwa Menschen ihre Siedlungen aufgeben oder ihre Einkommens- oder Nahrungsquellen verloren hatten. Weil aus ehemaligen Jägern keine Wilderer werden sollen, sind andere Ansätze sinnvoller.

Erfolgreicher sind Modelle, die anerkennen, dass Umweltschutz der lokalen Bevölkerung nicht die Existenzgrundlage entziehen darf. Beispielsweise sollen Ein- und Anwohner eines Reservats Arbeit als Wildhüter oder Fremdenführer finden, einen großen Teil der mit dem Naturpark erwirtschafteten Einnahmen erhalten oder die natürlichen Ressourcen im Reservat nachhaltig nutzen dürfen und damit ein stabiles und ausreichendes Einkommen erzielen. Im Grundsatz gilt Ähnliches für die Nutzung natürlicher Ressourcen, die unter keinem besonderen Schutz stehen: Beispiele für ökologisch nachhaltige Bewirtschaftungsweisen mit oder unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung sind die vom Forest Stewardship Council zertifizierten Holzproduktionen sowie die Projekte des Fairen Handels.