Artenschutz im Alltag

Solange das globale Wirtschaftswachstum immer mehr natürliche Ressourcen beansprucht, besteht wenig Hoffnung für den Erhalt der Artenvielfalt: Zwischen 1981 und 2005 verdoppelte sich laut Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP) die globale Wirtschaftsleistung während im selben Zeitraum 60 Prozent der Welt-Ökosysteme schwer geschädigt wurden. Ziel muss es sein, Wirtschaftswachstum und „Naturverbrauch“ zu entkoppeln. Verbraucher können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, wenn sie ressourcen- und klimaschonend leben. Denn es sind die Nutzung natürlicher Ressourcen und deren Verbrauch, die den Artenschwund vorantreiben. Außerdem wirken nachhaltige Konsumentscheidungen als Signale für Unternehmen und Politik. Wir haben Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Sie die Artenvielfalt beim alltäglichen Tun und in ihrem eigenen Lebensumfeld fördern können.

  • Kaufen Sie bio und fair: Mit Bio-Produkten und Waren aus dem Fairen Handel geben Sie der Artenvielfalt mehr Raum, weil sie umweltschonend hergestellt werden und dafür sorgen, dass sich eine nachhaltige Bewirtschaftungsweise für Kleinbauern in Entwicklungsländern lohnt. Artenschutz ist nur gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung möglich, für die es sich wie im Fairen Handel aber auszahlen muss, ökologisch nachhaltig zu wirtschaften. Und auf Bio-Äckern kommen mehr Wildkräuter und Tierarten vor, von denen viele gefährdet sind. Zur schutzbedürftigen Fauna und Flora von Kulturlandschaften gehören auch alte Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen, die in der ökologischen Landwirtschaft teilweise eine Renaissance erleben.
  • Achten Sie darauf, sich kein Raubbau-Holz unter den Nagel zu reißen: Holz und Holzprodukte aus walderhaltender Forstwirtschaft erkennen Sie am FSC-Siegel vom Forest Stewardship Council.
  • Lassen Sie kleine Fische durch die Maschen gehen: Fisch und Meeresfrüchte mit MSC-Siegel vom Marine Stewardship Council (MSC) kommen aus stabilen Beständen und schonender Bewirtschaftung.
  • Sie müssen kein eingefleischter Vegetarier werden, aber genießen Sie Fleisch und Wurst seltener und dafür bewusst. Die Fleischwirtschaft ist einer der wichtigsten Gründe für die Zerstörung der Regenwälder. Es wird nicht nur direkt für Weideflächen entwaldet, sondern auch indirekt für Anbauflächen für Futtermittel wie Soja, das auch Nutzvieh in der Massentierhaltung bei uns ernährt.
  • Vielfalt auf dem Feld braucht Vielfalt auf dem Teller: Wenn Sie nicht immer nur Kürbiskern- sondern auch mal Buchweizenbrötchen essen, fördern Sie die Agro-Biodiversität.
  • Mit Bahn und Bus für Biotope: Lassen Sie das Auto stehen und kommen Sie entspannt mit den Öffentlichen ans Ziel, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Gerade in der Stadt ist der motorisierte Untersatz oft unsinnig – wo man im Stau steht und nicht rasen darf, schaffen Radler viele Strecken genauso schnell wie Autofahrer. Auch das Gründen von Fahrgemeinschaften ist ein feiner Zug für die Artenvielfalt.
  • Da Sie Ihren Strom nicht selbst erzeugen wie ein Zitteraal, beziehen Sie ihn doch von einem Anbieter, der klima- und artenfreundlich auf Erneuerbare Energien setzt. Vertrauenswürdigen Öko-Strom erkennen Sie am „Grüner Strom Label“ (GLS).
  • Wenn überhaupt sollte Mineralwasser in Mehrwegflaschen aus der Region gekauft werden, andernfalls ist es wegen der Transportstrecken ein Klima- und damit Artenkiller.
  • Aus demselben Grund sind regionale Lebensmittel sinnvoll: wegen der kurzen Transportstrecken atmet das Klima auf. Wenn sie außerdem zu alten regionalen Sorten greifen, wie zum Beispiel beim Apfelangebot, fördern Sie die landwirtschaftliche Artenvielfalt in Ihrer Region.
  • Warum nicht in die Nähe schweifen? Manchen überrascht noch, welch reizvolle Landschaften und Reiseziele vor der Haustür liegen. Wer ein Auge auf das Idyll nebenan wirft und in kein Flugzeug steigt, zeigt Herz für das Klima.

Bio-Produkte und Artenvielfalt

Artenvielfalt im Garten, Hinterhof und auf Balkonien

"Artiger" Tourismus