Bio-Produkte und Artenvielfalt

Werden im ökologischen Anbau tatsächlich Landwirtschaft und Naturschutz miteinander versöhnt oder handelt es sich dabei nur um eine romantische Vorstellung? Diese Frage untersuchten britische Forscher in einem Vergleich unterschiedlicher Studien zum Thema. Ihre Ergebnisse sprechen dafür, dass ökologische Landwirtschaft wirklich zum Artenschutz beiträgt: Öko-Felder wiesen eine größere Fülle und Vielfalt an Arten auf als konventionelle: Auf Bio-Äckern wurden mehr als fünfmal so viele Wildpflanzen und 57 Prozent mehr Arten gefunden, darunter seltene Wildpflanzen, einige von ihnen vom Aussterben bedroht. Am Rand ökologischer Anbauflächen wurden ein Viertel mehr Vögel gezählt und auch die Zahl der Wirbellosen, Schmetterlinge und Spinnen war deutlich höher. Bestimmte Schädlinge konnten hingegen nicht mit größeren Populationen aufwarten: Die Menge der Läuse war sogar geringer als auf konventionellen Feldern, die Zahl der Schad-Schmetterlinge war etwa gleich.

Da überrascht es kaum, dass Öko-Farmen auch als Lebensräume insgesamt besser abschnitten: Sowohl die Feldränder als auch die Anbauflächen selbst begünstigten mehr Artenvielfalt. Beispielsweise sind Äcker von mehr Bäumen und größeren Hecken gesäumt und der Feldrandbewuchs ist frei von verwehten Sprühmitteln. Nicht nur der Verzicht auf Herbizide oder künstliche Pestizide trägt zur landwirtschaftlichen Artenvielfalt bei, auch bestimmte Praktiken im Öko-Anbau, wie eine Fruchtfolge, in der auch die Weideland-Nutzung vorkommt, oder die gemischte Frühlings- und Herbst-Aussaat fördern die Biodiversität. Öko-Landbau nützt aber nicht nur der natürlichen Artenvielfalt. Dadurch dass innerhalb des ökologischen Landbaus regionale Anbaumethoden oder Haltungsformen verwendet werden und das Wirtschaften an den Standort angepasst werden muss, haben dort alte Pflanzensorten und Nutztierrassen eine Chance, zu überdauern.