Artenvielfalt im Garten, Hinterhof und auf Balkonien

Wie schön! Eine Spinne! Artenvielfalt braucht auch Toleranz, Foto: bmu

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Die Ausdehnung urbaner Lebensräume bedeutet Artenverlust – aber nicht nur. Für einige Arten wie Fledermaus, Fuchs, Wildkaninchen, manche Insekten oder Wildpflanzen ist die Stadt eine letzte Zuflucht. Auch Turmfalken, Waschbären oder Igel sind notgedrungen in die Städte gezogen, weil die Felder im Umland so intensiv bewirtschaftet werden, dass es für sie dort keine Lebensgrundlage mehr gibt. Daneben treiben Flussbegradigungen und der Bau immer neuer Straßen Arten in urbane Gebiete, wo sie sich auf Brachen, Grünflächen oder in Gärten niederlassen. Da es im dicht besiedelten Lebensraum Stadt unweigerlich zu Begegnungen mit dem Menschen kommt, ist für den Erhalt der urbanen Artenvielfalt vor allem Toleranz entscheidend: Hilfreich ist, wenn Käfer oder Spinne nicht gleich der Garaus gemacht wird, wenn man sie im Innenraum antrifft. Auch von der Natur eher entfremdete Städter können lernen, sich an städtischer „Wildnis“ zu erfreuen. Als Belohnung für mehr Grünflächen, weniger Bodenversiegelung, den Verzicht auf Gartenchemie oder das Erlauben von Brennesselecken bekommen sie bessere Luft, ein verbessertes Mikroklima, einen besser funktionierenden natürlicher Wasserkreislauf, mehr Erholungsmöglichkeiten und nicht zuletzt auch mehr Schmetterlinge. So sorgen Sie für eine artenfreundlichere Stadt:

  • Verspritzen Sie im Garten oder Hof kein Gift. Den Chemieverzicht danken Ihnen Schmetterlinge, Bienen, andere nützliche Insekten sowie Vögel und Fledermäuse, deren Leibspeise diese sind.
  • Haben Sie einen eigenen Garten? Falls ein Apfelbäumchen fehlt, pflanzen Sie eine alte, regionale Sorte. Die sind oft aromatischer und an den Standort angepasst. In gut sortierten Gärtnereien und Baumschulen werden Sie fündig. Mit etwas Glück schmückt ihren Garten dann ein Bäumchen mit so klangvollem Namen wie „Purpurroter Cousinot“.
  • Schmeicheln Sie Überfliegern und lassen Sie in Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon Pflanzen blühen, die Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten nutzen: Als Nahrungsquellen kommen nur ungefüllte Blüten in Frage. In jeder Jahreszeit stehen andere Pflanzen ganz oben auf der Speiseliste der Nektarsauger, die in Stauden stehen sollten. Eine saisonal geordnete Liste guter Nahrungspflanzen finden Sie unter www.pan-germany.org/deu/projekte/biodiversitaet.html.
  • Helfen Sie Vögeln und Fledermäusen beim Nestbau und bringen Sie Nisthilfen an: Wie man einen Holznistkasten oder Fledermausbrett selbst baut, erfährt man zum Beispiel beim NABU Berlin unter http://lebensraumhaus.nabu-berlin.de/loesungen/anleitung/anleitung.html. Einmal im Jahr, zu Frühlingsbeginn, muss die Nisthilfe gereinigt werden: altes Nest raus, Kasten ausbürsten und Nistplatz mit einer Salzlösung aussprühen, um Parasiten zu beseitigen. Manchmal ist Geduld gefragt: Gerade bei Fledermäusen kann es ein paar Jahre dauern, bis sie einziehen.
  • Bauen Sie ein Insektenhotel aus unbehandeltem Holz und anderen giftfreien Materialien, in dem Krabbeltiere ihre Eier ablegen und nisten können. Auch Wasserflächen bieten vielen Insekten einen Lebensraum.