Zum Beispiel: Sportbälle

Eine der wichtigsten Wirtschaftszweige Pakistan ist die Produktion von Sportbällen und Sportartikeln. So werden etwa 70 % aller weltweit hergestellten Fußbälle im Norden Pakistans in der Region Punjab genäht. In Sialkot, dem Zentrum der Ball-Nähereien, werden außerdem Kricket- und Hockey-Schläger sowie medizinische Instrumente wie Skalpelle und Scheren gefertigt. Mit mehr als 700 Nadelstichen werden die 32 Einzelteile, aus denen ein gewöhnlicher Fußball besteht, von Hand zusammengenäht. Die Näher und Näherinnen, die diese mühselige, viel Sorgfalt erfordernde Tätigkeit verrichten, erhalten einen qualitätsabhängigen Stückpreis für jeden abgelieferten Ball. Talon Sports, Hersteller Fifa-zertifizierter Bälle und eine der wichtigsten Firmen im internationalen Ball-Geschäft, hat sich den Kriterien des Fairen Handels verpflichtet: Für die Fuß-, Hand-, Volley- und Freizeitbälle, die in den Fairen Handel verkauft werden, erhalten die Näherinnen und Näher einen höheren Preis. Doch das ist nicht der einzige Vorteil, den die Angestellten von Talon haben: Die Firma ist demokratisch organisiert, die Beschäftigten genießen Gewerkschaftsfreiheit, Management und Verwaltung arbeiten eng mit den internationalen Fairhandelsorganisationen zusammen. Insbesondere über die Verwendung der Mehrerlöse durch den Fairtrade-Aufschlag wird gemeinschaftlich entschieden. Zwangsarbeit und illegale Kinderarbeit sind verboten, die Beschäftigten und ihre Familien haben Zugang zu kostenloser medizinischer Versorgung. In den Frauen-Nähzentren – Männer und Frauen arbeiten getrennt voneinander in verschiedenen Einrichtungen – gibt es eine Vorschule für die Kinder, die Angestellten haben darüber hinaus Zugang zu Kleinstkrediten, die es ihnen ermöglichen, ein eigenes Geschäft aufzubauen, um die wirtschaftliche Situation der Familie zu verbessern.