Urbanisierung

Beinahe acht von zehn Deutschen leben bereits in Städten und Forscher erwarten, dass dieser Anteil im nächsten Jahrzehnt kaum noch steigen wird. Bei uns ist der globale „Mega-Trend“ zum Stadtleben deshalb kaum spürbar. Unterweil laufen in Entwicklungs- und Schwellenländern Urbanisierungen im Zeitraffer ab: Bis zum Jahr 2030 werden in Asien, Afrika, Lateinamerika und der Karibik zwei- bis zweieinhalbmal so viele Menschen in Städten leben als heute. Wobei Afrika noch sehr ländlich geprägt ist, aber ebenfalls bereits von einer starken Urbanisierung erfasst wurde. Historisch gesehen rücken die Menschen immer rascher zusammen: Um 1800 machten Städter etwa drei Prozent der Weltbevölkerung aus, heute bringen sie es auf die Hälfte, in zwanzig Jahren werden 60 Prozent der Bewohner dieses Planeten in Städten heimisch sein.

Urbanisierung beschreibt den Prozess der Verstädterung: den steigenden Anteil der Stadt- an der Gesamtbevölkerung und sich daraus ergebene Veränderungen. Traditionell gelten Städte als Räume dichten menschlichen Zusammenlebens beispielsweise als Aushängeschilder für bestimmte Lebensstile. Doch herkömmliche Erwartungen an Städte veralten zunehmend, allein, weil in den vergangenen Jahrzehnten eine Reihe Metropolen vertraute Dimensionen sprengte. Obwohl einzelne Städte auch schrumpfen, ist der globale Trend eindeutig: das urbane Lebensumfeld erfährt einen bislang ungekannten Zustrom. Und Städte mit mehr als zwanzig Millionen Einwohnern stehen vor Herausforderungen, die sich nicht mit denen klassischer Großstädte vergleichen lassen.

Wenn sich Städte ausdehnen, wachsen sie räumlich schneller, als in ihrer Bevölkerungszahl. Bis 2030 wird die urbane Fläche in Entwicklungsländern verdreifacht, in den Industriestaaten wird sie immerhin noch um das Zweieinhalbfache vergrößert. Doch nicht nur der um sich greifende Flächengebrauch sollte die Frage aufwerfen, wie das Städtewachstum nachhaltiger gestaltet werden kann.

Metropolen

Mega- und Metacities

Ursachen

Probleme

Städtisches Elend

Chancen: Wertschöpfung im Slum

Was Städte tun können