Industrialisierung

Einerseits machen Industriebetriebe und vielmehr die von ihnen gebotenen Arbeitsplätze für Zuziehende den wesentlichen Reiz einer Metropole aus. Eine Schattenseite sind neben den in den Fertigungsbetrieben häufig fragwürdigen Arbeitsbedingungen die ökologischen Auswirkungen der Warenproduktion im urbanen Raum. Zum Beispiel leiten zahlreiche Fabriken Industrieabwässer ungeklärt in Flüsse ein, die zugleich in vielen Städten wichtige Wasserquellen der Bevölkerung sind. Wenn die Umweltauflagen im innerstädtischen Bereich strenger werden, wählen Industriebetriebe meist einen weniger regulierten Standort am Stadtrand.
Zwar schafft die Globalisierung Arbeitsplätze vor allem in den Ballungsräumen politisch relativ stabiler Niedriglohnländer, aber der Zuwachs an Jobs hält kaum mit dem Anschwellen der Bevölkerung Schritt. Wo ein Überangebot an Arbeitskräften besteht, können Löhne leichter gedrückt und Menschenrechte der Belegschaft eher missachtet werden. Am schwierigsten ist es für Minderheiten, Frauen und arme Menschen, eine bezahlte Beschäftigung zu finden. Oft kommen sie nur im informellen Sektor unter, wo die Arbeitsbedingungen in der Regel sehr schlecht sind. Eine Schattenseite der demografischen Jugendlichkeit von Metropolen in sich entwickelnden Ländern ist ein Heer junger Arbeitsloser, deren Aussicht auf eine Anstellung oft trotz abgeschlossener Schulbildung bescheiden ist. Viele Jugendliche sind von den unsicheren Lebensumständen frustriert und haben eine gefährliche Gewaltbereitschaft entwickelt. In wirtschaftlichen Krisen verschärft sich die Jobsituation an den „Werkbänken“ der Welt: Bricht die Weltkonjunktur ein, werden tausende Arbeiterinnen und Arbeiter in den Produktionsstätten entlassen.