Städtisches Elend

Armenviertel in der Dominikanischen Republik, Foto: iStock

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Favela, Shantytown, Villa Miseria: Elendsviertel haben viele Namen und Gesichter. Oft hervorgegangen aus Armenvierteln oder als wild wachsende Siedlung am Stadtrand gehören sie zum Bild vieler Städte. Jeder Sechste bis Siebente weltweit lebt in einer solchen Elendssiedlung. Insgesamt sind es etwa eine Milliarde Menschen, 90 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Die bekannteste Form der Armensiedlung ist der Slum. Aber er ist nicht die einzige Art, wie sich Mittellose im städtischen Raum arrangieren. Neben Slums gibt es Squatter-Siedlungen und viele obdachlose Menschen, so genannte Straßenschläfer.

Viele Armensiedlungen liegen in kontaminierten Gegenden. Neben schäbigen Unterkünftigen und einer sehr hohen Bevölkerungsdichte ist ihre Erscheinung gekennzeichnet von anderen schwerwiegenden Mängeln wie fehlendem Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sanitären Einrichtungen. Krankheiten erschweren das Leben, die Säuglingssterblichkeit ist deutlich erhöht und wegen der angespannten Einkommenssituation vieler Bewohner gibt es mehr Kriminalität. Auch Gewalt kommt häufiger vor, gerade für Frauen ist das Risiko hoch, bei der ohnehin schwierigen Bewältigung des Alltags auch noch Opfer von Gewalt zu werden.  

Ein Bewohner einer Elendssiedlung hat typischerweise kaum mehr als zweieinhalb Quadratmeter Platz für sich und es leben mehrere Generationen auf engstem Raum zusammen. Das gedrängte Miteinander und das Fehlen von Privatsphäre führen einerseits zu psychischen Problemen. Andererseits können die starke soziale Kontrolle und das Gemeinschaftsgefühl einige negative Aspekte des Lebens in Elendsviertel teilweise aufwiegen.

Squatter

Slums

Obdachlosigkeit