Slums

Der augenscheinlichste Unterschied zwischen Slum und Squatter-Siedlung ist, dass ein Slum nicht auf einer Freifläche „aus dem Nichts heraus“ entstanden, sondern ein heruntergekommenes Wohnviertel ist. Die Verwahrlosung eines Armenviertels zum Slum kann sich binnen Monaten vollziehen. Ein bisher stabiler Zustand kann zum Beispiel kippen, wenn die Mieteinnahmen nicht mehr ausreichen, um die Wohnungen oder Häuser zu erhalten. Entschließen sich die Hausbesitzer dazu, die Gebäude sich selbst zu überlassen, setzt sich eine Abwärtsspirale in Gang: Von den Bewohnern, die es sich leisten können, verlassen einige ihre dem Verfall preisgegebenen Wohnungen. In die freigewordenen Räumlichkeiten ziehen dann Menschen aus der niedrigsten Einkommensschicht, deren wirtschaftliche Not auch dazu führt, dass die Bevölkerungsdichte ansteigt. Unter der Überbelegung leidet die Bausubstanz zusätzlich, weshalb sich weitere etwas besser gestellte Bewohner zum Wegzug entschließen, worauf wiederum mittellose Menschen ihre Plätze einnehmen.