Obdachlosigkeit

Zahlreiche arme Städter haben keine Bleibe und schlagen allabendlich an einem festen oder wechselnden Platz ihr Nachtlager auf: Meist muss ihnen dafür ein Karton oder Zeitungspapier genügen, ihre Habseligkeiten tragen sie immer bei sich. Zumeist bringen sie sich durch, indem sie schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs ergreifen, betteln, kleine Diebstähle begehen oder Müll durchstöbern nach Ess- oder Brauchbarem, das sich noch verkaufen lässt. Abertausende Menschen leben auf Müllhalden. Besonders tragisch ist das Schicksal von weltweit schätzungsweise 100 Millionen Straßenkindern, die meisten von ihnen leben in Metropolen von sich entwickelnden Ländern. Der Alltag von Straßenschläfern gleicht einem permanenten Überlebenskampf.

Die meisten Obdachlosen haben bevorzugte Schlafstellen. In Neu Delhi sind beispielsweise die Mittelstreifen von Schnellstraßen beliebt, weil sie trotz des um sie herum tosenden Verkehrs wegen der Beleuchtung und des Schutzes vor Passanten mehr Sicherheit bieten. Plätze unter Brücken, in Unterführungen, Abbruchhäusern oder auf Baustellen bieten ebenfalls etwas mehr Sicherheit. Auch unter Straßenschläfern gibt es unterschiedliche Lebensstandards: So verfügen die Obdachlosen in Städten wie Hong Kong wenigstens über Decken, Campingkocher und relativ saubere Schlafplätze.