Ländlicher Raum: Bedeutung und Landleben

In Entwicklungsländern leben durchschnittlich etwa drei Viertel der Bevölkerung auf dem Land, viele Landbewohner ernähren sich wesentlich direkt vom eigenen Acker und Vieh. Zu den Ärmsten gehören jene, die ihre ganzen Erträge im Eigenbedarf aufzehren, weswegen ihnen nichts bleibt, was sie verkaufen könnten. Sehr viele Landbewohner zählen zur Milliarde extrem armer Menschen, die oft unter Hunger oder ständiger Unterernährung leiden. Neben der lebensbedrohlichen Mangelernährung sind sie in ihrer persönlichen Entwicklung und ihrem Wohlbefinden stark eingeschränkt. Auf dem Land gibt es zu wenig Schulbildung und Gesundheitsversorgung, weswegen Erkrankungen häufig auftreten und schwerer verlaufen. Landbewohnern fehlen Absicherungen gegen existenzbedrohende Risiken wie Ernteausfälle oder Naturkatastrophen und ihr gesellschaftliches sowie politisches Mitbestimmungsrecht ist beschnitten oder nicht vorhanden. Auch Konflikte wie Bürgerkriege tragen zur Landarmut bei.

An den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rand gedrängt wird oft übersehen, dass kleinbäuerliche Familien und Kleinfischer weltweit die meiste Nahrung erzeugen. Und die Zahl der Esser steigt: heute leben 6,8 Milliarden Menschen auf der Erde, bis 2050 werden es voraussichtlich neun Milliarden sein. Vor allem Staaten, deren Armut mit einer ländlichen Prägung einher geht, verzeichnen ein hohes Bevölkerungswachstum. Vieles spricht demnach dafür, dass die Bedeutung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft wachsen und sie höhere Erträge bringen muss unter sich weiter erschwerenden Bedingungen: für den kleinbäuerlichen Landbau geeignete Flächen schrumpfen und der Klimawandel löst teils drastische Änderungen der Standortbedingungen aus. Eine weitere Herausforderung ist, die natürlichen Ressourcen zu schonen und für spätere Generationen zu erhalten bei einer gleichzeitig steigenden Produktivität.

In jedem Fall ist die ländliche Entwicklung eine Schlüsselaufgabe sowohl bei der Armutsbekämpfung als auch bei der Sicherung der Welternährung. Dabei steht das Land nicht losgelöst von den Städten: Auch Städter profitieren von einem wirtschaftlich, ökologisch und sozial erfolgreicheren ländlichen Raum.

Vernachlässigter Agrarsektor und Nahrungsmittelkrise

Erhalt natürlicher Ressourcen: Bodenverlust

Benachteilige Landfrauen

AIDS