Vernachlässigter Agrarsektor und Nahrungsmittelkrise

Dass der ländliche Raum in Entwicklungsländern jahrzehntelang schwer vernachlässigt wurde, rächte sich während der Nahrungsmittelkrise 2007/2008. Aus verschiedenen Gründen waren die Preise für Grundnahrungsmittel dramatisch angestiegen. Wegen der starken Abhängigkeit vieler armer Länder von importierten Nahrungsmitteln schlugen die hohen Weltmarktpreise kaum abgefedert auf die lokalen Märkte durch. Vielerorts konnte die schwache regionale Landwirtschaft die hohe Nachfrage nach erschwinglichen Lebensmitteln nicht decken. Plötzlich konnten sich viele Menschen selbst Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten und vor allem in Ballungsräumen kam es zu teils eskalierenden Protesten. Immerhin rückte die ländliche Entwicklung durch die Krise wieder stärker in den Fokus der Bemühungen von Regierungen und internationaler Entwicklungszusammenarbeit. Besonders ungewiss bleibt die Zukunft der sehr leistungsschwachen afrikanischen Landwirtschaft.