Erhalt natürlicher Ressourcen: Bodenverlust

Die wirtschaftliche Misere vieler bäuerlicher Kleinproduzenten erlaubt es ihnen nicht, bei der Nutzung natürlicher Ressourcen an morgen zu denken. Wenn Wasser, Boden oder Vegetation nicht mehr oder nur eingeschränkt zu gebrauchen sind, verschlechtern sich die ländlichen Lebensbedingungen aber weiter. Da Landbewohner auf die Verschlechterung ihrer Lage mit größerer Ausbeutung der Ressourcen reagieren müssen, entsteht ein schwer zu durchbrechender Kreislauf aus Raubbau und Verarmung. Auf Dauer kann nur eine nachhaltig geführte Landwirtschaft aus der Landarmut führen. Dazu gehört auch die Anwendung lokaler bäuerlicher Kenntnisse und Fertigkeiten, die oft über Jahrhunderte hinweg zusammengetragen wurden. Mit der Landflucht gehen diese aber verloren und an ihre Stelle treten die standardisierten Methoden und Mittel der industriellen Landwirtschaft. Gerade unter den sich global wandelnden landwirtschaftlichen Bedingungen kann das traditionelle Wissen sehr wertvoll sein.

Daneben sind auch Unwissenheit und Gewinninteressen Ursachen für Raubbau im ländlichen Raum. In letzteren Fall werden mögliche Bedenken von der Aussicht auf einen höheren Wohlstand weggewischt. Wer selbst von den negativen Folgen einer Übernutzung betroffen sein wird, hofft nicht selten, dass sich mit Hilfe der Mehreinnahmen auch die kommenden Umweltprobleme aus der Welt schaffen lassen werden.

Den Boden unter den Füßen verlieren
Ohne urbaren Boden kann es keine Landwirtschaft geben. Das Wohl vieler Landbewohner hängt unmittelbar von der Beschaffenheit der Erde auf ihrem Acker ab. Was jeder Bauer weiß, ist vielen anderen nicht bewusst: Boden ist nicht bis in die Tiefe hinein fruchtbar, sondern nur in der oberen, oft nur wenige Zentimeter messenden Schicht. Landwirte nennen den Mutterboden auch Ackerkrume. Er enthält wertvollen Humus und wichtige Kleinlebewesen.
Flächen mit dieser lebenspendenden Bodendecke werden knapper, Staub und karge Wüsten breiten sich aus. Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) schätzt, dass der Boden auf mehr als 1,9 Billionen Hektar Land bedroht ist. Häufigste Ursache von Bodenabtragung, -verarmung und -zerstörung ist die Übernutzung. Besonders in Regionen mit einem hohen Bevölkerungswachstum vollzieht sich der gefürchtete Kollaps der Bodenfruchtbarkeit bereits oder zeichnet sich ab. Dort müssen kleine Felder viele Menschen ernähren, denen aber Know-how und Produktionsmittel fehlen, mit denen dem Bodenverlust entgegengewirkt werden könnten.

Recht auf Landnutzung
Im ländlichen Raum sind unklare Besitzverhältnisse und Nutzungsrechte weit verbreitet. Auch der Mangel am fairen Zugang zu Land zementiert Armut. Unter anderem, weil sich betroffene Bauern kaum dazu veranlasst sehen werden, zum Beispiel in ressourcensparende Anbaumethoden zu investieren. Dass die Flächennutzung oft nicht rechtlich geregelt ist, ist eine wichtige Triebfeder für Landflucht.

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