Benachteilige Landfrauen

Frauen tragen die Hauptarbeitslast in kleinbäuerlichen Familien. In der Regel sind sie es, die das Vieh versorgen, das Feld bestellten, das Wasser heranschleppen, Kinder und pflegebedürftige Angehörige versorgen, sich um den Haushalt kümmern und das Essen zubereiten. Häufig tragen sie zudem dafür Sorge, dass Erzeugnisse auf dem Markt verkauft werden. Anrechte auf die Früchte ihrer meist Arbeit haben sie hingegen nicht, wenn Land und sonstige Werte traditionell dem Ehemann gehören. An Frauen wird oft erst gar kein Land verkauft.
Auch wegen ihrer Mittellosigkeit haben Frauen kaum öffentliches Mitbestimmungsrecht. Dadurch erhalten sich wiederum die starren Verhältnisse, die Frauen den Landbesitz verweigern. Frauen und Mädchen werden auch in anderer Hinsicht benachteiligt, wie beim Zugang zu Nahrung. In vielen Kulturen essen die männlichen Familienmitglieder zuerst und nur was sie übrig lassen bekommen die weiblichen Angehörigen. Wegen benachteiligender Tischsitten sind arme Landfrauen und -mädchen stärker von Unterernährung und Mangelerkrankungen bedroht als die Männer in ihrem Umfeld. Generell stellen Frauen und Kinder in ländlichen Regionen die Mehrheit der Unterernährten.