Wertschöpfung

Der internationale Handel mit kleinbäuerlichen Erzeugnissen wird gehemmt, wenn diese nicht den hohen Ansprüchen der Käufer genügen. „Bessere“ Agrar- oder Naturerzeugnisse können deshalb einen höheren Umsatz erzielen und die ländliche Wertschöpfung steigern. Die Produzenten können aber nur versuchen, ihre Erträge entsprechend zu verbessern, wenn sie über die gestellten Anforderungen informieren können. Neben der Qualitätssteigerung gibt es noch andere Möglichkeiten, höhere Werte auf dem Land abzuschöpfen und damit die Einkommen zu verbessern: Zum einen kann die Palette der angebauten Feldfrüchte vielseitiger werden, zum anderen können Roherzeugnisse gleich vor Ort weiterverarbeitet werden. Allerdings sollten Maßnahmen, mit denen die ländliche Wertschöpfung gesteigert wird, nicht zulasten der Beschäftigtenzahl gehen. Die Bewirtschaftung sollte arbeitskräfteintensiv bleiben, damit möglichst viele Menschen auf dem Land ihr Auskommen finden.

Auch durch Weiterbildungsangebote lässt sich die Einkommenssituation von Kleinbäuerinnen und -bauern verbessern. Zum Beispiel kann in Schulungen vermittelt werden, wie man sinnvoll investieren kann, welche Warenvermarktung möglich ist oder wie die eigenen Interessen bei Geschäftsabschlüssen eher berücksichtigt werden. Mit dem vermittelten Wissen erlangen viele Bauern neben Kompetenzen auch das nötige Selbstbewusstsein für den Schritt aus der Selbstversorgung auf den Markt.
Auf dem verglichen mit städtischen Gebieten dünn besiedelten Land sind die Informationswege naturgemäß länger und es ist deutlich schwieriger, sich über die Grenzen der Dorfgemeinschaft hinaus mit anderen zusammenzuschließen. Für viele Kleinbäuerinnen und -bauern ist es entsprechend schwierig, sich zu organisieren. Haben sie diese Hürde allerdings überwunden, können sie ihren Anliegen mehr Gehör verschaffen, sich besser informieren und sind verhandlungsstärker. Beispiele für Zusammenschlüsse sind kleinbäuerliche Kooperativen.