Dezentrale Angebote

Die meisten Schlüssel(dienst-)leistungen erreichen Landbewohner nur, wenn sie dezentral angeboten werden. Aber gerade in wenig entwickelten Ländern zieht sich der Staat vom Land zurück, weshalb staatliche Einrichtungen dort nur sehr dünn gesät sind. Neben der Landwirtschaft selbst sind davon die Bildung-, Gesundheits- und Finanzdienstleistungsbereiche betroffen. Wenn überhaupt werden die Versorgungslücken durch einwohnerorganisierte Provisorien oder zivilgesellschaftliche und private Anbieter geschlossen. Ein Beispiel ist der Kenya Women’s Trust Fund (KWTF), der Finanzdienstleistungen für Landfrauen anbietet. Mit in 2007 mehr als 152.000 Kundinnen und vergebenen Krediten im Wert von 47 Millionen US-Dollar ist der KWTF zu einem führenden Akteur unter Mikrofinanz-Einrichtungen geworden.
Akteure von außen sollten sich grundsätzlich um Pläne und Entscheidungen bemühen, die von den Bewohnern mehrheitlich mitgetragen werden. Durch die möglichst weitgehende Einbindung der Bevölkerung kann auch gefördert werden, dass bei der Mitsprache bisher benachteiligte Gruppen wie Frauen ebenfalls ihre Interessen einbringen können.