Internationale Geber und Akteure

Von außenstehenden Unterstützern erfordert es viel Fingerspitzengefühl, einen Landstrich zu fördern. Seit der Nahrungsmittelpreiskrise fühlen sich viele Geber darin bestärkt, sich wieder mehr in der ländlichen Entwicklung zu engagieren. Ein Beispiel für einen wichtigen Akteur ist die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die weltweit Projekte im ländlichen Raum umsetzt. Laut GTZ kommt es dabei darauf an, ökonomische, ökologische, sozio-kulturelle und politisch-institutionelle Aspekte gleichrangig zu fördern. Die Landbewohner sollen durch die äußeren Impulse in die Lage versetzt werden, künftig ohne fremde Hilfe nachhaltige Lösungen zu finden.

Von den zahlreichen Akteuren werden viele unterschiedliche Ansätze verfolgt. Weil es hilfreich sein kann, aus den Erfahrungen anderer zu lernen, wird der Austausch unter ihnen gefördert. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt maßgeblich die Globale Geber-Plattform für ländliche Entwicklung (Global Donor Platform for Rural Development, GDPRD). Mit diesem Instrument der internationalen Entwicklungszusammenarbeit sollen sich die Zuständigen vernetzen und weiterbilden können.

In Anbetracht des sich wandelnden Weltklimas wird die Agrarforschung immer bedeutender für Verbesserungen des Landlebens in armen Regionen. Neben den Entwicklungsländern, die in die Erforschung von Anbau und Nutztierhaltung investieren, gibt es auch eine internationale, aus öffentlicher Hand finanzierte Agrarforschung. An ihr sind mehrere Institute beteiligt, die unter anderem vom BMZ und der Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR) gefördert werden. Ihre Innovationen sind öffentliche, allgemein zugängliche Güter und dürfen also keinem Patentschutz unterworfen werden.

Ein Beispiel ist das Projekt NERICA („New Rice for Africa“): In seinem Rahmen wurden durch genetische Veränderungen schon mehr als 3.000 Reissorten für West- und Zentralafrika hergestellt. Die neuartigen Pflanzen vereinen die Widerstandskraft afrikanischer mit der Ertragsstärke asiatischer Reissorten. Durch eine herkömmliche Zucht wäre die Vermischung des Erbgutes unmöglich gewesen, sodass NERICA zugleich als Beispiel dafür herhalten kann, dass Grüne Gentechnik nicht per se „schlecht“ ist. Unter günstigen Bedingungen verdoppeln sich mit den neuen Reissorten die Erntemengen, die ihrerseits so vielfältig sind, dass für die unterschiedlichsten Standorte ein angepasster Reis angeboten werden kann. Außerdem hat NERICA das Erbgut von 1.500 afrikanischen Reissorten aufgegriffen, die andernfalls wohl ausgestorben wären und trägt so zur Bewahrung landwirtschaftlicher Artenvielfalt bei. Inzwischen werden NERICA-Sorten von mehr als 100.000 Bauern in mehr als der Hälfte der Länder Afrikas südlich der Sahara angebaut. Auch in anderen trockenen Gebieten der Welt finden die Sorten nunmehr Verbreitung.