Was ist Klimawandel?

Das Wetter ist nicht mehr so, wie es einmal war. Was nach nostalgischem Genörgel klingt, ist eine sehr kurze Zusammenfassung dessen, was Menschen seit einigen Jahren überall auf der Welt beobachten müssen. Längst sind „Hitzesommer“, „Jahrhundert-Fluten“ und „Eis-Chaos“ in Deutschland nicht mehr so außergewöhnlich, wie die reißerische Benennung glauben lässt, längst ist klar, dass die häufiger auftretenden Wetterkapriolen die Folge globaler, langfristiger Klimaveränderungen sind.

Der Begriff „Klimawandel“ bezeichnet zunächst ganz nüchtern die Erwärmung der Erdatmosphäre infolge natürlicher Schwankungen oder menschlicher Aktivitäten. Das Kommen und Gehen der Eiszeiten oder die jahrtausendelange Entwicklung der Sahara von der Wüste zur Savanne und wieder zur Wüste sind prominente Begleiterscheinungen der natürlichen Klimaveränderungen, die seit jeher die Erde prägen. Doch die sind nur selten gemeint, wenn es um den Klimawandel geht. Wird der Begriff heute von Freunden, Nachbarn, Wissenschaftlern oder Politikern in den Mund genommen, so sprechen sie die globale Erwärmung durch menschliches Handeln an.

Tatsächlich war es auf der Erde schon seit über einer Million Jahre nicht mehr so warm wie heute. In den letzten 30 Jahren erwärmte sich unsere Atmosphäre schneller als jemals zuvor, wie der wissenschaftliche Blick auf die Jahresringe von Bäumen, Luftbläschen im Ewigen Eis, Zeichnungen fossiler Muschelschalen und andere Indikatoren zeigt. Zwar gibt es Wissenschaftler, die auch das mit natürlichen Abläufen begründen. Die große Mehrheit ist sich jedoch darin einig, dass die Ursache für die starke Erderwärmung in den großen und weiter wachsenden Mengen klimawirksamer Gase liegt, die Menschen auf verschiedene Weise in die Atmosphäre bringen. Sie verstärken den natürlichen Treibhauseffekt:

Treibhaus Erde

Zusammen mit der Sonne sorgen die verschiedenen Schichten der Erdatmosphäre für die lebensfreundlichen Bedingungen unseres blauen Planeten: Ein Teil des eintreffenden Sonnenlichts wird bereits durch die Ionosphäre aufgehalten, ein anderer kann die Ozonschicht der Stratosphäre nicht durchdringen, so dass nur ein Bruchteil der energiereichen Sonnenstrahlen überhaupt auf der Erdoberfläche ankommt. Während ein Teil davon von der Erdoberfläche absorbiert wird und sie so erwärmt, wird ein anderer Teil der Sonnenstrahlen vor allem durch Wasser- und Schneeflächen in die Atmosphäre reflektiert. Dort verhindern jedoch Wasserdampf, Kohlendioxid und Ozon, dass die energiereichen Strahlen der Sonne ins Weltall verschwinden können. Indem sie sie zurück zur Erdoberfläche lenken, sorgen die Gase für den natürlichen Treibhauseffekt: Die Energie bleibt in Form von Wärme auf der Erdoberfläche erhalten, so dass die durchschnittliche Temperatur dort über lange Zeit bei 15 °C liegen konnte. Ohne diese besondere Eigenschaft der Erdatmosphäre läge die Durchschnittstemperatur vermutlich bei minus 18 °C.

Anthropogener Treibhauseffekt

Menschliche Aktivitäten wie zum Beispiel Verkehr, Industrieproduktion, Wärmegewinnung und Landwirtschaft setzen große Mengen Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffmonoxid (N2O, Lachgas) und andere Gase frei. Diese so genannten „Treibhaus-“ oder auch „Klimagase“ reichern sich in der in der Atmosphäre an und reflektieren energiereiche Sonnenstrahlung zurück auf die Erdoberfläche. Andere Gase tragen zur Zerstörung der ursprünglichen Ozonschicht bei. Fehlt sie, kann mehr energiereiche Sonnenstrahlung auf die Erde treffen. Beide Effekte sorgen dafür, dass es wärmer wird im Treibhaus Erde.

Der Einfluss der verschiedenen Gase auf das Erdklima, ihre Klimawirksamkeit, wird in CO2-Äquivalenten gemessen. Weil Kohlendioxid das mengenmäßig wichtigste der Treibhausgase ist, wird sein Potenzial, zur Erderwärmung beizutragen gleich 1 gesetzt. Die Klimawirksamkeit der anderen Gase wird im Verhältnis dazu betrachtet, so dass sich die Gase untereinander vergleichen lassen. Danach hat Methan ein CO2-Äquivalent von 21, Lachgas sogar von 310. 100 g freigesetztes Methan tragen demnach genauso stark zur Erderwärmung bei wie 2.100 g CO2, 100 g Lachgas haben die gleiche Klimawirksamkeit wie 31 kg CO2.