Die Folgen des Klimawandels

Setzen sich die derzeit formulierten Trends fort, dann wird sich zum Ende dieses Jahrhunderts der Anteil von CO2 in der Erdatmosphäre im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter verdoppelt haben. Im Vergleich zur Zeit des Beginns der industriellen Revolution wird die Temperatur auf der Erdoberfläche bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 2 bis 5 °C demnach steigen. Wie hoch die Erwärmung tatsächlich ausfallen wird, hängt neben den Anstrengungen zu ihrer Eindämmung auch vom schmelzenden Eis der Pole, den Wolken und Veränderungen in der Vegetation der Erde ab. Noch kann keiner genau abschätzen, welche Tragweite die Folgen der Erderwärmung haben werden. Um aus den komplexen Vorgängen auf der Erde wirklich verlässliche Vorhersagen ableiten zu können, fehlen schlicht Erkenntnisse über ökologische und physikalische Zusammenhänge sowie Daten oder mathematische Formeln, auf deren Grundlage wirklich exakte globale Szenarien berechnet werden könnten. In einigen Punkten ist sich die Forschungsgemeinschaft der Erde jedoch weitgehend einig: Polkappen und viele Gebirgsgletscher schmelzen ab, was gleich doppelt zum Anstieg der Meeresspiegel führt. Zum einen werden Flüsse und Meere mehr Wasser führen, zum anderen hat warmes Wasser eine größere Ausdehnung als kaltes. Erhöht sich also die Wassertemperatur, dehnt sich das Volumen der Meere aus.

Subtropische Gegenden sind von Trockenheit bedroht, Dürren, Starkregenfälle und starke Wirbelstürme werden deutlich häufiger auftreten. Einige dieser Auswirkungen verstärken den Klimawandel weiter: Je wärmer zum Beispiel Meerwasser wird, desto weniger Kohlendioxid kann sich darin lösen. Das überschüssige CO2 gelangt stattdessen als zusätzliches Treibhausgas in die Atmosphäre.

Nach einer Studie des WWF und des Finanzdienstleisters Allianz werden sich viele der erwarteten Veränderungen nicht langsam in das Leben der Menschheit schleichen, sondern könnten bereits vor 2050 einen sogenannten „Kipp-Punkt“ erreichen. Das bedeutet, dass einige Auswirkungen schon bald unumkehrbar sein könnten, wenn nicht rasch drastische Klimaschutzbemühungen unternommen werden. Zu diesen Phänomenen zählen die Autoren der Studie neben dem Abschmelzen der Polkappen und einem veränderten Sommermonsun auf dem indischen Subkontinent auch ein tropisches Waldsterben, von dem laut Untersuchung bei einem Temperaturanstieg von zwei Grad rund 1,6 Millionen Quadratkilometer Regenwald betroffen sein werden. Die zu erwartende Trockenheit in Regionen wie Südeuropa wird nicht nur die Produktivität der Landwirtschaft einschränken: Es werden auch mehr Waldbrände entflammen, die weitere wirtschaftliche und soziale Beeinträchtigungen mit sich bringen. Allein die Gesamtheit der in der Studie aufgeführten „Kipp-Punkt“-Phänomene hätte unmittelbare Folgen für Hunderte Millionen Menschen.

Der Klimawandel betrifft buchstäblich alle Menschen der Erde – aber nicht gleich hart. Der große Unterschied liegt unter anderem darin, welche Möglichkeiten sie haben, sich an die Verhältnisse anzupassen. Schon jetzt ist daher abzusehen, dass die Armen die Folgen eines Wohlstands tragen werden, von dem sie ausgeschlossen blieben: Sie leben überall auf der Welt in unmittelbarer Abhängigkeit von der Natur, haben beschränkte Ressourcen, keine finanziellen Reserven und damit die geringsten Möglichkeiten, den Veränderungen auszuweichen. Viele besonders sensible Ökosysteme liegen in Entwicklungsländern, wo zugleich zahlreiche Menschen direkt von einer funktionstüchtigen Umwelt abhängig sind.

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