… in Asien

Steigende Meeresspiegel bedrohen in Asien Mangrovenwälder, Foto: H. Hoppe/ pixelio.de

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Der Klimawandel, die Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur auf der Erde, zeigt sich auf verschiedene Weise. Uralte Gleichgewichte geraten auseinander, Menschen überall müssen sich mit dem Phänomen und seinen Folgen auseinandersetzen. So zeigt sich etwa das Ewige Eis vergänglich: Die Permafrostböden Sibiriens tauen stärker als in den vergangenen Jahrhunderten an und drohen bei stärkerer Erderwärmung aufzutauen. Auf dem weicheren Boden verlieren Gebäude, Straßen und Pipelines ihren Halt, setzt sich das Tauen fort, drohen zudem riesige Mengen urzeitlichen Kohlendioxids und Methans frei zu werden, die ihrerseits den Treibhauseffekt verstärken würden.

Auch im Himalaya schmelzen jahrtausendealte Gletscher, das Wasser bedroht einzigartige Lebensräume und die Menschen, die sich an die Bedingungen in der Bergwelt angepasst haben. Die veränderte Schneeschmelze wird auch Indien und Pakistan dort schwer treffen, wo die Landwirtschaft bisher stark von der verlässlichen Wasserversorgung aus dem Gebirge abhing. Die Landwirtschaft der südasiatischen Länder ist zudem auf den Monsun abgestimmt. Er verändert sein Muster, die Niederschläge kommen zu anderen Zeiten und in geringerer Menge, was die Ernten und Lebensgrundlage von Millionen Bauern gefährdet. Die Probleme, die das für die Ernährung der Bevölkerungen haben wird, sind absehbar und dramatisch. Ebenso besorgniserregend sind die Aussichten für die Küstenregionen Asiens: Der Klimawandel bewirkt, dass starke Naturereignisse häufiger vorkommen und größere Kraft haben: Wirbelstürme und in ihrer Folge Flutwellen bedrohen im Süden Indiens eine der am dichtesten besiedelten Küstenregionen der Welt.

Während es in Indien und Pakistan heißer und trockener wird, drohen Bangladesch und Myanmar verstärkte Regenfälle. Weil der Meeresspiegel schon heute angestiegen ist und sich weiter hebt, drängt Meerwasser aus dem Golf von Bengalen in die Böden der Küste Bangladeschs. Das Salz geht ins Grundwasser und ruiniert so die landwirtschaftlichen Flächen und das Trinkwasser der ansässigen Bevölkerung. Der steigende Meeresspiegel, das Nachdrücken salzigen Meerwassers, der Schlamm, den die Flüsse von den Deichen mitspülen – das alles ist eine ernste Gefahr für die Sundarbans, den weltgrößten zusammenhängenden Mangrovenwald an der Küste Bangladeschs. Mit ihm verschwände nicht nur ein einzigartiges Ökosystem und Lebensraum zahlreicher Tierarten sondern auch der Schutz Tausender Bangladeschis vor den häufigen Sturmfluten am Golf von Bengalen.

Japans Reisbauern kämpfen schon heute mit Gefahren für Qualität und Ernten, weil Regen und Trockenheit, hohe und niedrige Temperaturen zu anderen Zeiten kommen, als früher. Die Bauern müssen ihre Anbauweisen ändern und unter anderem auf verstärkten Schädlingsbefall reagieren. Die Bauern fürchten, dass sich der Reisanbau künftig in andere Landesteile verlagern müssen wird.