… in Afrika

Viele Staaten der Erde haben sich gemeinsam dazu entschlossen, die Erderwärmnung in diesem Jahrhundert nicht höher werden zu lassen als zwei Grad Celsius. Maßstab sind dabei die Durchschnittstemperaturen zur Zeit vor der industriellen Revolution – mehr als zwei Grad höher sollen die Durchschnittstemperaturen der Erde in den kommenden Jahrzehnten nicht steigen dürfen. Das klingt zugleich wenig, machbar und hoffnungsvoll. Doch selbst wenn sich die Erdtemperatur nur um diese 2 °C erhöhte, ist damit nicht der Klimawandel besiegt – nur seine allerschlimmsten Folgen hofft man auf diese Weise nicht Wirklichkeit werden zu lassen. Für Afrika prognostizieren Wissenschaftler allerdings auch den 2-°C-Fall traurige Konsequenzen: Dort werden 20 bis 30 % weniger Süßwasser zur Verfügung stehen. Im Verlauf der Erwärmung verschieben sich zudem Klima- und Vegetationszonen, was in vielen Regionen die Landwirtschaft noch schwerer machen wird.

Schon heute lassen zunehmende Trockenheit und Hitze das Weideland und die Böden West-Kenias verdorren und erodieren. Moskitos und mit ihnen die Malaria breiten sich zunehmend in Gebiete aus, die bisher von der Krankheit verschont geblieben waren.

An der Küste Tansanias spülen die kräftiger werdenden Wellen zusehends Küstenland und Dörfer. Wegen der kürzer gewordenen Regenzeit, steht den Menschen weniger Süßwasser zur Verfügung, die Flüsse führen weniger Wasser, Landwirtschaft und Fischfang leiden. Erträge und Fänge gehen seit einiger Zeit zurück.

Auch in Uganda gelten die jahrhundertealten Anbaurhythmen nicht mehr. Heute kommt der Regen stärker aber in kürzerer Zeit, die Trockenzeiten sind länger. Infolgedessen treiben zum Beispiel die Kaffeepflanzen weniger Blüten, was die Erntemengen verringert. Etwa fünf Millionen Menschen leben in Uganda von Anbau, Verarbeitung und Vermarktung von Kaffee, der ein wichtiger Exportartikel für das bitterarme Land ist. Ernteverluste bedeuten hier für Millionen Kleinbauern und Plantagenarbeiter die Bedrohung ihrer Existenz. Eine Studie der Nichtregierungsorganisation OXFAM sieht den Kaffeeanbau in Uganda als akut bedroht an. Verändere sich das Klima weiter wie bisher, seien Kaffee- und Bananenproduktion bereits im Jahr 2050 nicht mehr möglich.