… in Europa

Wintersportfreunde haben einige der Folgen des Klimawandels in Europa längst am eigenen Leib erfahren: Viele bekannte Skigebiete kämpfen mit zu wenig Schnee. In anderen Regionen stellen Bauern fest, dass ihre Böden immer trockener werden. So leidet etwa Spanien unter der zunehmenden Sommerhitze. Das Land erwärmt sich leichter als seine Nachbarstaaten und kämpft schon seit einigen Jahren mit extrem heißen, trockenen Sommern. Im Jahr 2005 verloren viele Bauern ihre Ernten vollständig, ein erheblicher Teil des Landes droht, zur Wüste zu werden.

Wie an vielen anderen Orten der Erde schmelzen auch in den Alpen uralte Gletscher. Während sie jedoch Gebirgsflüsse anschwellen lassen und unwiederbringlich zu Tale plätschern, verringert sich der Druck auf das darunter liegende Gestein – die Berge verlieren ihre Stabilität. Mit der Erwärmung beginnen zudem die Dauerfrostböden der Hochgebirge zu tauen, was das Gestein zusätzlich brüchig macht. Das bedroht die einzigartigen Gebirgslandschaften, ihre Flora und Fauna und nicht zuletzt die Menschen, die sich in ihr bewegen.

An Europas Küsten macht sich der Klimawandel ebenfalls deutlich bemerkbar. So wird etwa die britische Atlantikküste seit einiger Zeit von stärkeren Stürmen heimgesucht. Die Menschen sehen schon heute zu, wie das Meer sich immer mehr vom Land einverleibt und die Küstenstreifen erodieren. Der Anstieg des Meeresspiegels bedroht vor allem die Niederlande, die sehr niedrig liegen. Weite Teile der heute bewohnten und genutzten Flächen wurden in den vergangenen 2.500 Jahren durch Deiche, Trockenlegungen und Flutschutzmaßnahmen dem Wasser abgetrotzt. Auch in der Vergangenheit stieg der Meeresspiegel für die Niederlande um etwa 20 m in 100 Jahren, unter anderem weil sich die Landgebiete absenkten. Für die Zukunft muss das Land jedoch einem Anstieg von etwa 60 cm bis zum Jahr 2100 entgegen sehen, in dessen Folge die Erosion der Küste, die Versandung des Wattenmeeres, die Gefahr von Überflutungen und nicht zuletzt das Risiko für Verunreinigungen des Grundwassers weiter zunehmen werden.

Deutschland wird der Klimawandel heißere Sommer und mildere Winter bescheren. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird wohl die durchschnittliche Jahrestemperatur um 2 bis 3,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter ansteigen. Die Folgen wiegen schwer und sind vielerorts bereits spürbar: So nehmen etwa Starkniederschläge in einigen Landesteilen zu, vor allem im Nordosten und Südwesten des Landes ist dagegen mit deutlich weniger Regenfällen zu rechnen. Das stellt unter anderem die Landwirtschaft vor erhebliche Probleme, denn dort, wo viel Regen oder Schnee niedergehen, gehen durch Staunässe und Überflutungen Bodennährstoffe und der Boden selbst verloren. Auch die Gefahr von Schadstoffeinträgen ins Grundwasser wächst. In Regionen, in denen wie schon heute in Brandenburg, weniger Regen fällt, reicht er womöglich nicht mehr aus, um die durch größere Hitze ausgetrockneten Böden zu wässern. Unter höheren Temperaturen leidet auch der Wald. Historisch bedingt, wird Deutschland vielerorts durch künstlich angelegten „Kulturwald“ aus Fichten begrünt. Fichten sind ursprünglich eher an kühle, höher gelegene Lagen angepasst und reagieren empfindlich auf Hitze und Trockenheit. Dadurch geschwächt, können sie Schadinsekten weniger gut abwehren und sind anfälliger für Sturmschäden.