Reif für die WM?

Afrika ist fußballverrückt, kein Sport ist auf dem Kontinent auch nur annähernd so populär wie Fußball. So gesehen war es Zeit, dass ein afrikanisches Land WM-Gastgeber wurde. Und welches wenn nicht Südafrika, könnte das Großereignis stemmen? Aber die WM-Vorbereitungen wurden im Ausland auch skeptisch beäugt. Bald wurde geunkt, dass Stadien und andere Infrastruktur nicht rechtzeitig fertig würden, dann wurde geargwohnt, ob die Sicherheit der Besucher gewährleistet werden könne. Viele Argumente gegen die WM-Vergabe an Südafrika kann das Land inzwischen von der Hand weisen: Die Stadien werden pünktlich fertig, für die Sicherheit der Besucher wird bestmöglich gesorgt. Das bestätigte auch der Chef des Bundeskriminalamts Jörg Ziercke, der sich vor Ort selbst ein Bild von der Sicherheitslage machte.

Nur schwer zu behebende Zweifel an Südafrika als Austragungsland der Fußball-Weltmeisterschaft riefen allerdings die extremen fremdenfeindlichen Übergriffe 2008 hervor. Damals wurden dutzende Zuwanderer, die meisten von ihnen aus Simbabwe und Mosambik, durch wütende Mobs ermordet, etwa 80.000 Ausländer wurden vertrieben. Auch wenn die Attacken dadurch nicht zu rechtfertigen sind, ist die anhaltende Armut vieler Bewohner Südafrikas eine Ursache für die damalige Eskalation. Doch die Welle der Gewalt rief nicht nur im Ausland, sondern auch bei vielen Südafrikanern Betroffenheit und Empörung hervor, Tausende demonstrierten gegen die Ausschreitungen ihrer Landsleute.