Wenig Korruption in Botsuana

Das ohnehin für afrikanische Staaten symptomatische Korruptionsproblem verschärft sich in der Regel bei einer guten Ausstattung des Landes mit wertvollen Bodenschätzen. Auch in den südlichen Ländern Afrikas versickert ein großer Teil der Einnahmen aus Rohstoffverkäufen in den Taschen korrupter Staatsdiener und anderer Eliten. Eine Ausnahme ist das rohstoffreiche Botsuana, das laut Transparency International am wenigsten korrupte Land Afrikas. Wenig Korruption spricht für eine gute Regierungsführung und macht ein unabhängiges Rechtssystem aus, das in Botsuana tatsächlich nur geringe Bestechlichkeit aufweist.

Häufige Regierungswechsel scheinen nicht die Voraussetzung für eine geringe Bestechlichkeit im Beamtenapparat zu sein: Seit der Unabhängigkeit des Landes 1966 ist die Botswana Democratic Party ununterbrochen an der Regierung, wobei die Mehrparteiendemokratie als intakt bewertet wird und dem Land freie und faire Wahlen attestiert werden. Weitere Kennzeichen einer vergleichsweise guten Regierungsführung: Mehr als 95 Prozent der Bewohner Botswanas haben im Umkreis von höchstens zwei Kilometern sauberes Trinkwasser zur Verfügung, mehr als 88 Prozent haben Zugang zu angemessenen Gesundheitsleistungen. Eine Bildungsoffensive hob die Alphabetisierungsrate auf über 81 Prozent, wobei nur ein Prozent weniger Frauen als Männer lesen und schreiben gelernt hat. Nicht unerwähnt bleiben sollte allerdings, dass Botsuana nur rund 1,8 Millionen Einwohner hat.