Gescheiterte Staaten

In Malawi wurde das repressive Einparteienregime 1993 in einem friedlichen Umbruch durch ein demokratisch ausgerichtetes Mehrparteiensystem abgelöst. Dennoch gilt Malawi zusammen mit Simbabwe im südlichen Afrika als „gescheiterter Staat“. Solche Staaten können selbst grundlegende Aufgaben der Führung, Sicherheit und Wohlfahrt nicht (mehr) erfüllen.

Die Liste gescheiterter Staaten wird vom Fund For Peace erstellt, der regelmäßig 177 Staaten hinsichtlich ihrer Funktionstüchtigkeit und Konfliktanfälligkeit unter die Lupe nimmt. Als besorgniserregend stuft die Organisation im südlichen Afrika die Lage in Angola, Sambia, Swasiland, Lesotho, Madagaskar, Mosambik, Namibia, Botswana und in Südafrika ein. Denn obwohl die Entwicklung Südafrikas insgesamt als positiv gesehen wird, leidet es an zersetzenden Altlasten der Apartheid. Arbeitslosigkeit, hohe Kriminalitätsraten, HIV-Infektionen sowie AIDS-Erkrankungen machen besonders den Armen zu schaffen und stellen große Herausforderungen für den südafrikanischen Staat dar. Übrigens schätzt der Fund For Peace die Stabilität Deutschlands um nur eine Kategorie besser, nämlich als „moderat“, ein. In derselben, zweitbesten Gruppe steht als einziges Land im südlichen Afrika Mauritius.