Beispiel Angola: Armer OPEC-Staat

Nach dem Ende des Bürgerkrieges 2002 schreitet der Wiederaufbau Angolas voran. Erholt hat sich das Land aber noch nicht von dem 27 Jahre langen Konflikt. Wirtschaftlich ist Angola abhängig vom Erdölverkauf: der Rohstoff macht 90 Prozent seiner Exporte aus und erlöst die Hälfte des gesamten Volkseinkommens, seit 2006 gehört Angola zu den OPEC-Staaten. Daneben verfügt es auch über bedeutende Diamantenvorkommen. Aber Angola ist vor allem ein Beispiel für das scheinbare Paradox, dass ein Land rohstoffreich und bitterarm zugleich sein kann: Mehr als 40 Prozent der Einwohner lebten 2006 unter der Armutsgrenze. Doch die hohen Rohstofferlöse kommen nicht „unters Volk“ – unter anderem, weil das Erdölgeschäft nicht viele Arbeitsplätze und damit Verdienstmöglichkeiten schafft. Stattdessen arbeiten die meisten Angolaner (85 Prozent) in der Landwirtschaft, die ein karges Einkommen bietet: insgesamt trägt sie nur 9,5 Prozent zur nationalen Wertschöpfung bei. Und so wächst unter der armen Bevölkerung Angolas der Unmut darüber, dass die hohen Gewinne aus dem Erdölexport nicht ausreichend für die Armutsbekämpfung eingesetzt werden, sondern nur ein sehr kleiner Bruchteil davon den Armen zugute kommt.