Beispiel Namibia: Nachhaltiger Fischfang

In Namibia enthält nicht nur der Wüstensand einen Schatz in Form von Diamanten, auch aus dem Meer wird eine wertvolle Ressource geborgen: Dank der nährstoffreichen Benguelaströmung verfügt Namibia über großen Fischreichtum. Seit der Unabhängigkeit des Landes entwickelte sich die Fischerei zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig, ist nach dem Bergbau die zweiteinträglichste Exportbranche und ein wichtiger Arbeitgeber. Allerdings drängt die Frage, wie der Fischfang nachhaltig ausgerichtet werden kann.

Nicht nur die Übernutzung der Bestände wird zum Problem für namibische Fischer. Auch wegen der natürlichen Gegebenheiten ist das Fischereimanagement für die Benguelaströmung eine anspruchsvolle Aufgabe und steht vor großen Herausforderungen. So beobachtet man auch am Benguela ein El-Niño-Phänomen, das zwar weniger heftig als vor Südamerika verläuft, aber dennoch die Bestände in kaum vorherbestimmbaren Intervallen deutlich einbrechen lässt. Um die ozeanischen und biologischen Schwankungen besser voraussagen zu können, muss das Strömungssystem zunächst besser erkundet werden. Einen Anfang bei der Grundlagenforschung über dieses riesige marine Ökosystem machte das Institut für Ostseeforschung Warnemünde, das sich auch an der Ausbildung namibischer Wissenschaftler nach internationalen Standards beteiligte. Unter anderem erkundeten drei deutsche Forschungsschiffe die Artenvielfalt, das Plankton und die ozeanographischen Abläufe im Benguela.