Beispiel Botsuana: Herausforderungen im Wachstumsland

Betrachtet man nur sein Bruttoinlandsprodukt (BIP) bringt es Botsuana auf ein mittleres Einkommensniveau. Aber trotzdem lebt fast ein Drittel seiner Bürger unter der Armutsgrenze. Seit seiner Unabhängigkeit 1966 tat sich Botsuana mit einem stabilen und respektablen Wirtschaftswachstum hervor. Doch auf einem festen Fundament steht die branchenarme Wirtschaft des Landes nicht: Von der weltweiten Finanzmarkts- und Wirtschaftskrise wurde Botsuana hart getroffen, das Volkseinkommen brach 2009 um 12 Prozent ein. Eine wesentliche Ursache für den drastischen Rückgang ist die hohe Abhängigkeit Botsuanas von der Diamantenindustrie. Die Minen tragen ein Drittel zum BIP und zwischen 70 und 80 Prozent zu den Exporterlösen bei. Sollte es Botsuana innerhalb der kommenden zwei Jahrzehnte nicht gelingen, seine stark von der Diamantenindustrie abhängige Wirtschaft breiter aufzustellen, verfinstern sich die Zukunftsaussichten für die Entwicklung des Wohlstandes. Dasselbe gilt, falls es Botsuana nicht gelingen sollte, die HIV-Infektionen im Land deutlich einzudämmen. Die Abhängigkeit von der Minenindustrie und der Einfluss der AIDS-Epidemie auf die Arbeitskräfte außerdem zur ungleichen Verteilung des relativ hohen Volkseinkommens bei.