Frauen-Fakten

Mädchen und Frauen sind nicht irgendwer. Sie sind unter anderem Töchter, Mütter, Schwestern, Großmütter, Ehefrauen, Witwen, Arbeiterinnen, Bäuerinnen, Ingenieurinnen, Ärztinnen, Lehrerinnen – sie sind stellen die Hälfte aller Menschen. Und wollte man der schlimmsten Armut auf der Welt ein Gesicht geben, wäre es ebenfalls ein weibliches.

Von den derzeit knapp sieben Milliarden Menschen der Welt leidet etwa eine Milliarde permanent Hunger. Sieben von zehn dieser Menschen, die nicht mal einen US-Dollar pro Tag zu Leben haben, sind Frauen und Mädchen.

Frauen haben kein Vermögen. Nur ein Prozent des globalen Vermögens gehört Frauen. In Entwicklungsländern produzieren Frauen 80 % der Grundnahrungsmittel, besitzen aber nur zehn Prozent der Anbauflächen und weniger als zwei Prozent aller Landtitel.

Tag aus Tag ein, verrichten vor allem Frauen überall auf der Welt viele Arbeiten, die nicht entlohnt werden: Sie organisieren den Familienhaushalt, ziehen die Kinder auf, pflegen Angehörige und und und. Während Frauen in den Industriestaaten zusätzlich einer bezahlten Tätigkeit nachgehen können, ist dies ihren Schwestern in Entwicklungs- und Schwellenländern vielfach nicht möglich. Siebzig Prozent der unbezahlten Arbeit weltweit, liegt in Frauenhänden. Betrachtet man die ganze Welt, beziehen Frauen nur zehn Prozent der Einkommen.

Den Menschen keine Bildung zu geben, ist in vielen Teilen der Erde ein großes und menschenverachtendes Problem. Besonders hart aber trifft es Mädchen und Frauen, denen oftmals sogar die spärliche Grundbildung vorenthalten wird, die Jungen bekommen können. So sind zwei Drittel aller Analphabeten Frauen.

Die Arbeit von Frauen wird vielerorts geringer bezahlt als die der Männer. In vielen, besonders schlecht bezahlten Branchen arbeiten jedoch überwiegend Frauen, die zusätzlich die Gefahren durch totale Abhängigkeit vom Arbeitgeber und den oft völlig unzureichenden Arbeits- und Gesundheitsschutz zu tragen haben.

Jedes Jahr sterben etwa 600.000 Frauen infolge von Komplikationen bei einer Schwangerschaft oder Geburt. Weil sexuelle Selbstbestimmung für Frauen in vielen Teilen der Welt lediglich ein Wunschtraum ist, fehlt ihnen die Möglichkeit, den Zeitpunkt und die Zahl ihrer Schwangerschaften zu kontrollieren. Sie tragen außerdem ein größeres Risiko, sich mit HIV zu infizieren als Männer. Inzwischen ist die Hälfte aller HIV-Infizierten der Welt weiblich.

Doch die seelische und körperliche Gesundheit von Mädchen und Frauen ist vielfach nicht nur durch eine allgemein mangelhafte medizinischen Versorgung gefährdet, sondern auch durch überkommene und menschenverachtende Traditionen und Praktiken der Unterdrückung und Misshandlung. Genitalverstümmelung ist vor allem in afrikanischen Ländern nach wie vor gefährliche und entwürdigende Praxis. Gewalt und sexuelle Ausbeutung innerhalb der Ehe sind nicht nur in armen Ländern der Welt Gang und Gäbe. Morde, die im Namen einer zweifelhaften „Ehre“ begangen werden, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Ausgrenzung von Geschiedenen und Witwen oder die systematische Ausgrenzung vom Gesundheitswesen sind weitere Stichworte für den Sachverhalt, dass Frauen einfach wegen ihres Geschlechtes viel zu oft gefährlich leben.