Keine Zeit

In den kleinbäuerlichen Familien Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sind die Tage für Frauen besonders lang und aufgabenreich. Sie bereiten das Essen zu, versorgen das Vieh, bestellen Äcker, versorgen Kinder und pflegebedürftige Angehörige und kümmern sich um den Haushalt. Zusätzlich sind sie oft auch dafür zuständig, Erzeugnisse auf dem Markt zu vertreiben und so Geld zu erwirtschaften. Doch fürs Geldverdienen fehlt ihnen oft schlicht die Zeit. Schon die Organisation von Wasser und Brennmaterial kostet Landfrauen oft ungeheuer viel Zeit und Kraft. Dieser Aufwand wird durch Umweltprobleme noch verschärft: Wenn Wälder verschwinden und sauberes Wasser seltener wird, wird es immer mühseliger Brenn- und Trinkbares heranzuschaffen. In Senegal, Mosambik und Ost-Uganda sind sie durchschnittlich 15 bis 17 Stunden pro Woche allein mit dem Wasserholen beschäftigt. Am Ende des Jahres werden sie insgesamt zwei Monate damit zugebracht haben; zwei Monate, in denen sie weder Zeit für Bildung, noch zur Erwirtschaftung eines Einkommens noch für Erholung hatten. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zieht daraus den Schluss, dass Frauen nur dann wesentlich zum Einkommen ihrer Familien beitragen können, wenn sie von häuslichen Pflichten entlastet werden. Ein Brunnen im Dorf, Solarkocher, die nicht Holz noch Torf brauchen und vertrauenswürdige Kinderbetreuung sind nur einige Beispiele für Maßnahmen, die eine solche Entlastung brächten.